1. FC Köln – Steffen Baumgart kritisiert: „Ich finde diese Grenze“

Gefällt Ihnen die Atmosphäre im Stadion so gut?

Ich finde es einfach interessanter, und Fußball vor dem Fernseher ist oft ziemlich langweilig.

Im vergangenen Jahr waren Sie selbst Experte für die Übertragung von Fußballspielen.

Nein, ich war kein Experte (lacht).

Wie würdest du es denn nennen? Gesprächspartner?

Ja, das ist angemessener.

Steffen Baumgart (zweiter von links) war im vergangenen Jahr für Prime Video tätig. (Quelle: Joachim Bywaletz über www.imago-images.de)

Hat sich Ihre Sicht auf Fußball im Fernsehen seitdem verändert?

Nein, aber es war interessant und ich hatte viel Spaß. Ich werde dies weiterhin tun, wenn es die Zeit erlaubt. In diesem Jahr wird es jedoch noch schwieriger, im Einsatz zu sein.

Das liegt auch daran, dass Sie im September und Oktober möglicherweise noch in der Conference League sind. Was haltet ihr von der Konkurrenz?

Ich finde die Idee super, es gab in der Vergangenheit schon drei europäische Wettbewerbe. Schwierig finde ich das Format: Man verlässt die Champions League als Dritter in der Gruppenphase und steigt in die Europa League ein. Und wenn man irgendwann aus der Europa League ausscheidet, kommt man in die Conference League. Nur so konnte der AS Rom die Conference League gewinnen. Das ist nicht meine Vorstellung von Wettbewerb. Wenn ich aus dem DFB-Pokal rausfliege, werde ich auch nicht im Landespokal weitermachen. Aber insgesamt finde ich die Conference League gut. Es gibt andere Wettbewerbe, die ich für überflüssig halte.

Für den Einfluss in der ohnehin kurzen Saisonvorbereitung?

So war es auch in der vergangenen Saison. Jungs sind ein ganzes Jahr draußen und dann müssen sie diese Spiele wieder spielen. Wir haben drei Spieler, die verletzt aus der Nations League kamen. Einer ist mit einem Kreuzbandriss lange ausgefallen (Dimitrios Limnios, Anm. d. Red.). Jungs gehen nicht in eine Erholungsphase wie diese. Ich finde diese Entwicklungen im Fußball schwierig. Wenn ich höre, dass der Dienst eingestellt werden soll. Oder dass die Playoffs berücksichtigt werden. Dadurch wird nicht die Konkurrenz mit dem FC Bayern stärker, sondern ein weiterer Wettbewerb, bei dem es um Geld geht.

Wenn Sie im Amt wären, würden Sie Dinge ungeschehen machen?

Es gibt viele Innovationen, die gut sind. Nehmen wir den Video-Schiedsrichter: Wenn es ums Abseits geht, halte ich das für eine Bereicherung. Ich finde nicht alle Eingriffe des Kölner Weinguts sinnvoll, aber seit ihrer Einführung ist viel passiert. Nur weil etwas nicht perfekt ist, ist es noch lange nicht schlecht. Aber wir müssen immer daran denken, dem Fußball zu folgen und ihn nicht zu überladen.

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