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Die grosse Tigermücken-Testreihe beginnt: 10’000 unfruchtbare männliche Stechmücken werden erstmals im Tessin ausgesetzt.
Autorin: Karoline Thurkauf
Anfang August setzten die Tessiner Biologin Eleonora Flacio und ihr Team im Tessiner Städtchen Morcote 10’000 unfruchtbare männliche Tigermücken aus. Sie stammen aus Laboratorien in Italien. Dort wurden sie bestrahlt und unfruchtbar.
Danach überwachen die Forscherin und ihre Mitarbeiter täglich in einem Umkreis von 250 Metern, wie viele unfruchtbare Männchen fliegen, in welchem Umfang und wie lange sie überleben. Die Forscher markierten die Tiere vor der Freilassung mit Farbe. Die gesammelten Mücken werden im Labor auf Farbe geprüft. Eine komplizierte Angelegenheit.
Die Zahl der Tigermücken soll zurückgehen
Dieser einmalige Test soll als Grundlage für die grossen Testreihen dienen, die nächstes Jahr im Tessin beginnen sollen. Flacio will dann von Mai bis September jede Woche 10.000 unfruchtbare Männchen freilassen und großflächig testen, wie sich das auf die bestehende Population der Tigermücken auswirkt.
Bildunterschrift: Die Tigermücke hat elegante schwarz-weiße Querstreifen. Leider ist das Tierchen nicht nur lästig, weil es beißt, sondern es kann auch gefährlich werden. Denn es kann Krankheiten wie das Dengue-Virus übertragen. Keystone / Ennio Leanza
Die Idee dahinter: Wenn sich Weibchen mit diesen unfruchtbaren männlichen Exemplaren paaren, wird es keine Nachkommen geben. Die Zahl der Tigermücken nimmt also ab. „Mit diesem einzigartigen Experiment wissen wir für die Versuchsreihe im nächsten Jahr genau, wie sich sterile Männchen im Tessin verhalten, wie weit sie fliegen und wie lange sie überleben. Diese Erkenntnisse helfen uns bei der Planung, wie viele sterile Männchen wir brauchen.“
Der Grossversuch kostet 200’000 Franken
Das Bundesamt für Umwelt (BAFEN), das untersucht, inwieweit sich ein solches Experiment auf Mensch, Tier und Biodiversität auswirkt, hat Flacio und seinem Team grünes Licht für ihre grosse Versuchsreihe im nächsten Jahr gegeben.
Basel-Stadt finanziert den ersten Versuch
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Das Geld für den ersten Versuch im Tessin kommt aus Basel-Stadt. Denn die Tigermücke kommt seit einiger Zeit nach Basel. Für Hans Bossler, Leiter Biosicherheit im Kanton Basel-Stadt, ist der Tessiner Test interessant, weil er in Zukunft eine effizientere Mückenbekämpfung ermöglichen könnte, von der auch die übrige Schweiz profitieren kann.
Diese Technik wird in Übersee bereits mit sterilen männlichen Tigermücken eingesetzt. In Spanien zum Beispiel hat es gut funktioniert. Nur das Klima ist dort anders als im Tessin. Nächstes Jahr wird sich zeigen, ob das Experiment funktioniert und die Tigermückenpopulation zurückgeht. Vorausgesetzt, es gelingt den Tessiner Forschern, die 200’000 Franken für dieses Grossexperiment aufzubringen.