Boris Rhein: Hessens neuer Ministerpräsident beruft Kabinett

Hessens neuer Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat sein Kabinett nach seiner Wahl am Dienstag neu besetzt. In den Reihen der CDU-Minister hat es einen Wechsel gegeben: Der ehemalige Präsident des Staatsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts Frankfurt, Roman Poseck, hat die bisherige Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) abgelöst.

Über eine mögliche Kabinettsumbildung durch die CDU war lange spekuliert worden. Im Vorfeld der Landtagswahl im Herbst 2023 galt es als wahrscheinlich, dass Rhein sich mit frischem Wind in seinem Regierungsteam einen Namen machen will.

Neben dem Ministerpräsidenten sind die CDU mit sieben Ministern und die Grünen mit vier in der Regierung vertreten. Der jüngere Koalitionspartner hatte bereits angedeutet, dass er keine Notwendigkeit für personelle Veränderungen sehe. Das Kabinett sollte am Dienstagnachmittag zu einer Sitzung in der Staatskanzlei zusammenkommen. Zuvor sollen Minister im Landtag vereidigt werden.

74 Stimmen dafür

Rhein verabschiedete sich von Kühne-Hörmann und dankte ihm für seinen engagierten Einsatz. Die Politik der CDU ist es, beim Rücktritt von Ex-Ministerpräsident Volker Bouffier künftig als Nachfolger der Fraktion seiner Partei zu agieren.

Rhein ist am Dienstag als Nachfolger von Volker Bouffier zum hessischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Der 50-Jährige hat am Dienstag im ersten Wahlgang im Wiesbadener Landtag die erforderliche Stimmenzahl erhalten. Da Christdemokraten und Grüne in Hessen über eine Parlamentsmehrheit von einer Wahlperiode verfügen, wurden die Neuwahlen mit Spannung erwartet.





















In einer geheimen Abstimmung erhielt Rhein sogar einige Stimmen von Abgeordneten der Opposition. 69 der 137 Stimmen des Abgeordneten waren für die Wahl zum Regierungschef notwendig, 74 Ja-Stimmen gingen schließlich für den Politiker der CDU.

Der als Konservative geltende Rhein war vor seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Hessischer Landtagspräsident. Nach seiner Wahl dankte Rhein den Abgeordneten mit Applaus für ihr “überwältigendes Vertrauen”.

Im kommenden Herbst finden in Hessen Landtagswahlen statt. Angesichts dieser wichtigen Tatsache hatte die Landes-CDU einen personellen Wechsel an der Spitze der Landesregierung beschlossen.

Astrid Wallmann zur Landtagspräsidentin gewählt

Bouffier ist am Dienstag nach fast zwölf Jahren an der Spitze der hessischen Landesregierung zurückgetreten. Der 70-Jährige war der dienstälteste Ministerpräsident Deutschlands und hatte bereits im Februar seinen Rücktritt angekündigt. Bouffier verabschiedete sich am Dienstag mit einer kurzen Rede aus dem Landtag, die die Abgeordneten mit stehendem Applaus quittierten.

Astrid Wallmann (CDU) am Dienstag nach ihrer Wahl zur neuen Sprecherin des Hessischen Landtags in Wiesbaden: Foto: dpa

Bislang war Rheins Karriere von Höhen und Tiefen geprägt. Mit 27 Jahren wurde er erstmals in den Hessischen Landtag gewählt, mit 38 Jahren übernahm er das Amt des hessischen Innenministers. Im zweiten Wahlgang zum Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Frankfurt verlor er 2012 überraschend gegen den SPD-Mann Peter Feldmann.


2014 wurde Rhein Wissenschaftsministerin in der schwarz-grünen Landesregierung. Der verheiratete Katholik und zweifache Familienvater ist seit Januar 2019 Landtagspräsident. Im Amt hat er sich auch mit engagierten Aktionen gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus Respekt bei den Fraktionen erworben.

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Astrid Wallmann, Mitglied der CDU, wurde als erste Frau in Hessen als Rheins Nachfolgerin an die Spitze des hessischen Landtags gewählt. Wallmann bedankte sich nach der Wahl bei den Parlamentariern für ihr Vertrauen und sagte, er sei sehr ungeduldig auf die neue Aufgabe. Wallmann ist die Tochter des Wiesbadener Oberbürgermeisters Wilhelm Wallmann und die Nichte des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Walter Wallmann.


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