Der Zürcher Gleitschirm Kevin Philipp (34) stürzt wie ein Stein
Rettung nur Sekunden vor dem Aufprall!
Während seiner Ausbildung in Spanien gerät der Gleitschirmflieger aus Zürich in einen lebensbedrohlichen Notfall. Ihre Regenschirme verheddern sich. Fallen wie ein Stein. Eine Sekunde vor dem Aufprall gelingt es ihm, den letzten Notschirm zu ziehen. Gerettet!
Er ist einer der 20 besten Gleitschirmakrobaten der Welt. Kevin Philipp (34) hat in seiner Karriere viele komplizierte Situationen erlebt. Sieben Mal musste er bereits an der Leine seines Rettungsschirms ziehen. Doch so nah wie am Nachmittag des 27. Juli war der in Bubikon ZH ausgebildete Polymechaniker dem Abgrund wohl noch nie. Als der Hauptschirm zusammenbricht und sich der Reserveschirm in den Leinen verheddert, droht Kevin Philipp unkontrolliert den Boden zu berühren. Wie durch ein Wunder gelingt es ihm, sich in letzter Sekunde zu retten.
In zwei Wochen werden die Schweizer Meisterschaften ausgetragen. Kevin Philipp trainiert dafür. Er ist seit zwei Monaten in Spanien. „Ich fliege fast jeden Tag“, erzählt der erfahrene Gleitschirmflieger Blick. “Ich bin fit und bereit.” Das hat ihm letzten Freitag das Leben gerettet.
Heiße Quellen gefährlich für Gleitschirm-Akrobaten
Es ist kurz nach 15 Uhr. Im spanischen Organyà sorgt die Hitzewelle für Temperaturen von über 35 Grad. „Die thermische Aktivität war sehr hoch“, erinnert sich Kevin Philipp, „nicht ideal für akrobatische Kunststücke.“ Kevin fliegt immer noch und probiert den „Twisty Misty“. Die Kamera arbeitet live auf dem Helm. Die folgenden Bilder werden Ihnen den Atem rauben.
„Ich kann diesen Trick eigentlich gut“, sagt der Gleitschirm-Akrobat. Doch auf etwa 800 Meter Höhe klemmte die Bremsleine. „Ich habe eine halbe Drehung gemacht und konnte den Rutsch beim Vorwärtsziehen nicht stoppen“, so Kevin Philipp weiter. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.
Der Regenschirm fällt zusammen. Kevin Philipp fällt bei 100 km/h wie ein Stein. Ziehen Sie den ersten Rettungsfallschirm. Es verheddert sich in den Linien. “Dann habe ich die zweite Reservierung gestartet. Nicht weit genug. Er war neben mir eingeklemmt», sagt der Extremsportler. Jetzt sind es nur noch wenige Sekunden bis zum Aufprall. “Ich nahm das Paket und öffnete den Regenschirm mit meiner Hand.” Das Segelflugzeug bremst wenige Meter über dem Boden ab. “Ich rollte meinen schaumstoffgepolsterten Rückenprotektor aus und blieb unverletzt.”
„Das wollte ich meiner Mutter nicht antun“
Er verspürte keine Panik. „Ich habe einfach gearbeitet, nur am Ende wurde ich etwas nervös“, sagt Kevin Philipp. “Meine Reaktion hat mich überrascht.” Seine einzige Sorge: seine Mutter. „Er war kurzfristig mit zwei Nichten angereist. Er hat mich zum ersten Mal Stunts machen sehen“, sagt Kevin Philipp. “Als ich gestürzt bin, dachte ich nur, ich will ihm das definitiv nicht antun. Er hat viel mit mir durchgemacht.”
Was Kevin Philipp damit meint, ist genau fünf Jahre her. Der Gleitschirm der Zürich geriet daraufhin in eine leere Thermik und stürzte auf eine Wiese. „Die schweren Verletzungen zwangen mich, fünf Monate im Rollstuhl zu sitzen. Er war vom Nabel abwärts gelähmt.“ Kaum erholt sprang der leidenschaftliche Gleitschirmflieger wieder. Und auch die Erfahrungen in Spanien können ihn nicht bremsen. „Heute werde ich wieder trainieren“, sagt Kevin Philipp und ergänzt: „Das Der Traum vom Fliegen hat mich nie davon abgehalten, weiterzumachen, denn die Erfahrungen haben mich stark beeinflusst. Du hast mich wachsen lassen und die schönsten und unglaublichsten Erinnerungen meines Lebens gelebt. Und dafür bin ich sehr glücklich und dankbar.”