Der Fall Brittney Griner zeigt, dass Reisen nach Russland riskant sind

Im Vergleich zu den Verbrechen, die Russland jeden Tag in der Ukraine begeht, erscheint das Urteil gegen den amerikanischen Basketballspieler Griner wie ein kleines Verbrechen. Aber auch in diesem Fall zeigt Putins Diktatur ihr wahres Gesicht. In Russland gibt es schon lange keine unabhängige Justiz mehr. Sie hat sich freiwillig zum Dienst für Putin gemeldet oder wurde dazu gezwungen. In diesem System brauchen Staatsanwälte und Richter keine ausdrücklichen Anordnungen mehr; sie praktizieren vorausschauenden Gehorsam.

Deshalb wurde Griner verurteilt

Griner wurde nicht zu neun Jahren Lager verurteilt, weil sie bei der Einreise ein paar Kartuschen Haschischöl für E-Zigaretten mitgebracht hatte, die ihr als Schmerzmittel verschrieben worden waren. Weil sie eine bekannte Amerikanerin ist und der Kreml Gefangene mit langen Haftstrafen braucht, um sie gegen echte Kriminelle in westlichen Gefängnissen auszutauschen.

In Amerika wartet ein Hochkaräter auf die Rückkehr nach Russland, der Waffenhändler Bout. Berichten zufolge verklagt Moskau auch den Zoomörder Krasikov, von dem das Gericht überzeugt ist, dass er im Namen des russischen Staates gehandelt hat. Aber er sitzt nicht in Amerika, sondern in Deutschland. Deutsche sollten es sich also auch gut überlegen, ob sie während des Zweiten Kalten Krieges nach Russland reisen. Bei der Gepäckaufgabe und dann vor Gericht kann es zu unangenehmen Überraschungen kommen.

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