CHRONIK
Viele Lebensmittel, die noch essbar sind, landen im Müll. Dagegen kämpfen Aktivisten seit Jahren. Die Initiative „Robin Foods“ versorgt Menschen, die mit der Inflation zu kämpfen haben, mit Lebensmitteln aus Supermarktbehältern.
06.08.2022 08.05
Online seit heute, 8.05 Uhr
„Im Durchschnitt werfen Wienerinnen und Wiener pro Jahr rund 40 Kilo Lebensmittel weg, die man eigentlich hätte essen können“, teilte die Stadt Wien mit. Die essbaren Lebensmittel, die die Initiative „Robin Foods“ am Freitag im U-Bahnhof Kettenbrückengasse verteilte, stammten aus gerade einmal zwei Supermarktfilialen.
„Bananen, Brote, Salate, es gibt viele. Frischkäse wurde heute rausgeschmissen“, sagte David Sonnenbaum von „Robin Foods“ zu „Vienna Today“. Kunden sind Menschen mit Mindestrente, Alleinerziehende, Studierende und meist Geflüchtete. Sie werden über die sozialen Medien informiert.
Robin Food Mülltaucher
Während ihrer Aktion durchwühlen die Aktivisten Supermarkt-Mülleimer, um Lebensmittel an Bedürftige zu verschenken. Vor allem die hohen Energie- und Lebensmittelpreise machen vielen zu schaffen. Doch die Supermarktketten sind darüber nicht so glücklich.
Strengere Gesetze wurden gefordert
Sonnenbaum blickte pessimistisch in die Zukunft: „Wenn ich zum Beispiel Batterien im Müll finde, die Kunden zum Recyceln in den Supermarkt gebracht haben, oder Getränke oder Bananen, die bei der Müllverbrennung kaum oder gar nicht brennen, dann denke ich für Ich selbst. , so lange wird es dauern, bis die Welt nicht weitermacht. Entweder wir besteuern oder sanktionieren Dumping, oder wir werden nicht überleben.“
Ein wichtiger Schritt wäre für ihn die Einhaltung des Wiener Abfallwirtschaftsgesetzes: „Wo Abfallvermeidung wirklich höchste Priorität hat. Und die Leute ignorieren es einfach, schauen es sich an.“ Andere Aktivisten verwiesen auf strengere Gesetze etwa in Frankreich oder Spanien: „In Spanien müssen Supermarktketten bis zu 60.000 Euro Strafe zahlen, wenn sie Lebensmittel wegwerfen.“
Für Supermärkte sei der „Deponie-Star“ mit dem Betreten des Firmengeländes oder gar dem Öffnen der Tür der Müllcontainer strafbar, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber „Wien Heute“. Arbeiten Sie auf jeden Fall mit Wohltätigkeitsorganisationen zusammen, die sich vor dem Ablaufdatum um die Ware kümmern. „Manche Filialleiter sind noch etwas aggressiv“, sagt Sonnenbaum.