Umringt von Chinas Marine und Luftwaffe meldet Taiwan den Ausbruch eines neuen Virus, das in China entdeckt wurde. Das neue und potenziell tödliche Henipavirus wird von Tieren auf Menschen übertragen. Folglich sind Hunde und Ziegen Träger des Virus. Der neue Erreger führt beim Menschen offenbar zu Organversagen.
Mindestens 35 Menschen haben sich in China mit dem neuen Henipa-Virus infiziert. Chuang Jen-hsiang, stellvertretender Direktor des Zentrums für die Kontrolle von Krankheiten (CDC) in Taiwan, sagte am Sonntag gegenüber Reportern, berichtet die Taipei Times.
Chuangs Kommentare zum Langya-Henipavirus (LayV) kamen drei Tage, nachdem Wissenschaftler aus Peking und Singapur eine Studie im New England Journal of Medicine veröffentlicht hatten. Das Virus trat in den chinesischen Provinzen Shangdong und Henan auf. Die Patienten haben hohes Fieber. Mindestens die Hälfte litt auch unter Müdigkeit, Husten, Appetitlosigkeit und verminderten weißen Blutkörperchen. Der Studie zufolge entwickelten mehr als ein Drittel der Betroffenen ein Leberversagen und acht Prozent ein Nierenversagen.
Wie Covid durch Tröpfchen übertragen wird
Henipaviren gelten als ständige Bedrohung für Menschen, Nutz- und andere Tiere. LayV gehört den Wissenschaftlern zufolge zur Familie der Paramyxoviren, die wie das Coronavirus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Paramyxoviren wiederum gehören zu den sogenannten Negativstrang-RNA-Viren und können der Studie zufolge „tödliche Krankheiten“ verursachen.
Wissenschaftler sprechen von einem „zootischen“ Virus, das von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Eine Studie an Haus- und Nutztieren zeigte, dass zwei Prozent der getesteten Ziegen und fünf Prozent der getesteten Hunde positiv waren. Auch Mäuse sollen das Virus in sich tragen.
Ob das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist noch unklar. Laut Chuang hatte keiner der 35 Infizierten in China Kontakt miteinander gehabt. Auch das Contact Tracing kann eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht nachweisen. Es gab noch keine Todesfälle.
Es gibt noch kein Testverfahren
Der Ausbruch des Virus fällt in eine Zeit, in der die weltweite Covid-19-Pandemie noch nicht beendet zu sein scheint. Auch das Coronavirus scheint seinen Ursprung in China zu haben, in einem Frischmarkt in Wuhan. China blockiert systematisch den Zugang zu relevanten Daten und vernichtet Beweise, die Aufschluss über die Herkunft des Coronavirus geben könnten.
Covid verursachte weltweit Ausnahmezustände und enorme wirtschaftliche Verluste. Schon heute geht Peking im Rahmen seiner Null-Covid-Politik so weit, ganze Städte zu schließen, in denen das Coronavirus ausbricht, was zu Unsicherheiten bei der Warenlieferung und Unterbrechung von Produktionsketten auf der ganzen Welt führt.
Taiwan will wegen des neuen Virus nicht Alarm schlagen. Da es sich beim Langya-Virus um ein neu entdecktes Virus handelt, gibt es laut Chuang noch keine standardisierten Testmethoden zur Identifizierung des Virus. Eine Infektion beim Menschen und eine mögliche Ausbreitung des Virus ist noch nicht nachweisbar. (ke)