Bisher sind bei Männern im Wesentlichen zwei Subtypen von bösartigen Tumoren der Prostata bekannt, die als Androgen- und Neuroendokrin-Abhängige bekannt sind. Ein Forscherteam hat nun einen dritten Typ identifiziert, der als stammzellähnlich bezeichnet wird, weil einige typische Stammzellgene in diesen Krebszellen aktiv sind.
„Wir wussten nicht, ob wir andere Subtypen finden würden“, sagte Dr. Yu Chen vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. „Wir waren froh und überrascht, dass es diese ziemlich große Gruppe von Patienten mit bisher nicht beschriebenen Tumoren gab.“ Er und sein Team hatten aus 40 Tumoren verschiedener Patienten neue Prostatakrebsmodelle erstellt: schwer zu vermehren. Während es Hunderte von Melanom- und Lungenkrebs-Zelllinien gibt, sind nur drei oder vier Prostatakrebs-Zelllinien nützlich.
Das Team fand Abhilfe, indem es Organoide aus Tumorstücken züchtete. Dabei handelt es sich um organähnliche Gebilde: eine Art Avatar des Tumors des jeweiligen Patienten. Damit können die Eigenschaften von Tumoren untersucht werden, z. B. welche Gene in den Zellen aktiviert oder abgeschaltet werden. So fanden sie den neuen Prostata-Subtyp.
Sie suchten diese Variante in einer Biobank mit 366 Prostatatumoren und fanden sie überraschend häufig: Sie war die zweithäufigste Gruppe nach dem androgenabhängigen Typ. Forscher hoffen nun, dass dieses Wissen genutzt werden kann, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Sie arbeiten bereits mit mehreren Unternehmen zusammen, um zu testen, ob bestimmte Medikamente das Wachstum dieses Subtyps blockieren können.
Was: DOI 10.1126 / science.abe1505