Hofburgwahlen: Rosenkranz: Regierungsentlassung „eher als 50 Prozent“

Wird der FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz in das höchste Landesamt gewählt, droht der ÖVP-Bundesregierung und den Grünen ein schwerer Schlag. Angesprochen auf eine mögliche Regierungsbesetzung nach seinem Amtsantritt als Bundespräsident im Jänner 2023, sagte Rosenkranz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien: „Die Wahrscheinlichkeit liegt definitiv bei über 50 Prozent.“ Nach seiner Wahl als freier Kandidat für die Hofburg im Juli verschärfte er seine Aussagen.

In der Folge wurde Rosencrantz noch deutlicher: Er wies darauf hin, dass die amtierende Bundesregierung dem neu gewählten Bundespräsidenten formell ihren Rücktritt anbiete. Rosencrantz betonte, dass auch dieses Rücktrittsangebot „unter bestimmten Umständen“ angenommen werden könne. „Man kann auch eine Tradition durch eine andere ersetzen“, sagte er.

Auch die Auflösung des Nationalrats des Rosenkranzes ist eine Option

Zuvor hatte er jedoch erklärt, dass er keine “Schnellschüsse” machen werde. Ich würde mir jedenfalls noch viele Gespräche mit der Bundesregierung, insbesondere mit Kultusminister Martin Polaschek, suchen. Eine andere Möglichkeit ist die Auflösung des Nationalrates. Denn würde nur die Regierung entlassen, hätte eine neue Regierung wieder eine Mehrheit im Nationalrat.

Zweiter Schwerpunkt der Pressekonferenz an dem Tag, an dem die für die Wahl notwendigen 6.000 Unterstützungsbekundungen erstmals gesammelt werden konnten, war eine neue scharfe Kritik an der Bundesregierung. Dies bezog sich auf die Untätigkeit angesichts der Inflation und der Aufrechterhaltung von Sanktionen gegen Russland. „Wir wollen vermitteln statt sanktionieren“, sagte der FPÖ-Kandidat.

Zu den Turbulenzen in der Partei um den FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl und eine Geheimklage gegen die Wiener FPÖ sagte Rosenkranz: „Er sitzt fest im Stuhl.“ Und außerdem wird das seinen Hofburg-Wahlkampf nicht beeinträchtigen. (et)

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