Stand: 09.08.2022 12:45 Uhr
Issey Miyake überlebte als Kind den Atombombenabwurf auf Hiroshima und machte sich 20 Jahre später als Modedesigner in Paris einen Namen. Für seine sensationellen Kreationen wurde er vielfach ausgezeichnet.
Der japanische Modedesigner Issey Miyake ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Medienberichten zufolge teilte sein Büro mit, dass er bereits am 5. August einem Leberkrebs erlegen sei.
Er baute eines der größten japanischen Modehäuser auf und verfolgt seit den 1970er Jahren das Konzept, Kleidung aus einem einzigen Stück Stoff herzustellen. Es war ihm wichtig, bequeme und funktionelle Mode zu kreieren. Er experimentierte auch mit ungewöhnlichen Materialien wie japanischem Papier. Berühmt sind seine Entwürfe mit innovativen Silhouetten und stark plissierten Stoffen. So entstanden die auffälligen Kollektionen Pleats Please und A-POC von Miyake.
Ein Model präsentiert 1994 auf dem Laufsteg ein Kleid aus Miyakes Pleats Please-Kollektion. Bild: AFP
„Schönheit und Freude“ in die Welt bringen
Der Designer wurde 1938 in Hiroshima geboren und überlebte 1945 den Atombombenangriff auf seine Heimatstadt. Sein ganzes Leben lang hinkte er infolge einer Knochenkrankheit. Viele Jahre später sagte Miyake, er sei Modedesigner geworden, um die Schrecken von Hiroshima hinter sich zu lassen und mit seinen Kreationen „Schönheit und Freude“ in die Welt zu bringen. Er studierte in Tokio und Paris und präsentierte seine erste Kollektion 1970 in New York.
2005 wurde er für sein Lebenswerk mit dem japanischen „Praemium Imperiale“ geehrt, der auch als Nobelpreis für Kunst gilt. Ein Jahr später erhielt er für seine „visionären Kleidungskonzepte“ den Kyoto-Preis, der zugleich eine der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Wissenschaft und Kultur ist.