Update Gazprom hat Schröder nun offiziell in seinen Aufsichtsrat berufen
24. Mai 2022 um 17:08 Uhr
Altkanzler Schröder tritt als Aufsichtsratsvorsitzender von Rosneft zurück, könnte nun aber um einen neuen Posten kandidieren: Der Energieriese Gazprom hat den SPD-Politiker in seinen Aufsichtsrat berufen. Ob Schröder dagegen vorgehen wird, ist allerdings unklar.
Der russische Gaskonzern Gazprom hat Altkanzler Gerhard Schröder offiziell in seinen Aufsichtsrat berufen. Der SPD-Politiker, dem er enge Beziehungen zu Russland vorwirft und dessen Parteiführung ihn aufgefordert hat, die SPD zu verlassen, hat sich noch nicht geäußert. In seinem einzigen Interview mit der New York Times seit Beginn des Ukrainekrieges ließ Schröder offen, ob er eine Nominierung für den Posten des Supervisors annehmen würde.
Schröder ist ein persönlicher Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Putin ist die treibende Kraft hinter dem Angriff auf die Ukraine. Schröder ist vergangene Woche aus dem Vorstand des russischen Energiekonzerns Rosneft zurückgetreten. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte zuvor den Wunsch geäußert, dass Schröder zurücktritt.
Schröder bleibt der Hauptlobbyist für die Tochtergesellschaften von Gazprom Nord Stream und Nord Stream 2. Die Hauptversammlung von Gazprom ist für den 30. Juni geplant. Der 78-Jährige wurde über Parteilinien beschuldigt, gut bezahlte Positionen in russischen Staatsunternehmen besetzt zu haben, während die Europäische Union versucht, Sanktionen gegen die russische Wirtschaft zu verhängen, um der Ukraine auf diese Weise zu helfen.
Durch sein Russland-Engagement verlor Schröder auch die Privilegien, die früher Altkanzlern eingeräumt wurden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte vergangene Woche beschlossen, das Büro des 78-Jährigen mit vier Mitarbeitern aufzulösen. Das Europaparlament will Schröder auf die Sanktionsliste gegen die Oligarchen setzen.