Bilderbuch und Yung Hurn glänzten beim Frequency Festival 2022

Aus . – 21.08.2022 11:08 (21.08.2022 11:12)

Bilderbuch war beim Frequency Festival 2022 zu sehen. ©APA/FLORIAN WIESER

Bilderbuch absolvierte seinen dritten Auftritt auf der Hauptbühne Frequency. Yung Hurn, Lewis Capaldi und Lost Frequencies traten ebenfalls bei der Ausgabe 2022 des Festivals auf.

Nach zweijähriger Corona-Pause fand das Frequencies Festival am Sonntagabend einen würdigen Neuanfang. Yung Hurn lief als Abschluss-Act des Deutschrap-Angebots auf der Green Stage in St. Pölten, und Bilderbuch überzeugten ebenfalls als einer der großen heimischen Künstler der dreitägigen Veranstaltung. Insgesamt wurden rund 50.000 Besucher mit einer großen Stilvielfalt verwöhnt – die Rückkehr war ein voller Erfolg.

Lewis Capaldi und Lost Frequencies beim Frequency Festival 2022

Mit viel Deutschrap startete das Festival am Donnerstag und die beiden Crewmitglieder der Hamburger Hip-Hopper 187 Strassenbande LX und Maxwell lieferten auch am Samstagnachmittag auf der Green Stage ab. Für stilistische Kontraste auf der Hauptbühne sorgten der schottische Singer-Songwriter Lewis Capaldi und der belgische DJ Lost Frequencies.

Auf den beiden Hauptbühnen 2022 hätten vor der Pandemie-Pause vielleicht etwas härtere Acts gefehlt, denn 2019 gab es noch die Prophets of Rage, die amerikanische temporäre Supergroup aus Mitgliedern von Rage Against The Machine, Public Enemy und Cypress Hill. , oder 2018 die US-Punkrock-Veteranen Sum 41. Aber für FM4-Organisator Frequency hat sein Festival keine Deutschrap-Wende genommen: „Dieses Jahr hatten wir Fever 333, Palaye Royale und ich sage mal, das ist Cypress Hill Dank mir ist auch die Welt da”, nannte Harry Jenner einige Vertreter der härtesten Musikgenres. Diese Frage höre er allerdings immer wieder, aber „so richtig nachvollziehen kann ich das nicht“, sagte er im Gespräch mit der APA.

Frequency Festival mit Bilderbuch

Auf der Hauptbühne waren am Samstagabend jedenfalls wieder Gitarren und Schlagzeug im Einsatz, Bilderbuch bediente sie. Die High Austrians eröffneten mit einer dröhnenden psychedelischen Geräuschkulisse, Frontmann Maurice Ernst und seine Bandkollegen begannen ihr Set in blau-weiß gestreiften Gewändern, eine mit riesigen grün-weißen Tüchern geschmückte Bühne rundete das Gesamtbild ab. “Wir haben zwei Jahre auf diese Leistung gewartet, wir haben zwei Jahre gewartet, um wieder über Bord gehen zu dürfen”, sagte Ernst hedonistisch motiviert. Der erste Song „I call you“ stammte aus dem 2017 erschienenen Album „Magic Life“, während des Konzerts gab es auch viel Material aus dem neuen Werk „Gelb ist das Feld“, das sich verliebt, gemischt mit Liedern älter wie der “Spiff”.

Alles in allem startete Bilderbuch mit einem sehr ausgewogenen Set, einem rockigen Gitarrensolo gefolgt von einem gefühlvollen Groove mit Falsettgesang, den Ernst nun ohne Roben vortrug. Dann zog das Tempo mit “Welcome to the Jungle” wieder an, einem glühenden Funk-Track mit visueller Begleitung durch Laserblitze. Es war der dritte Auftritt der Band auf der Hauptbühne bei Frequency und vielleicht ihr bester, zumindest aber ihr kompromisslosester.

Frequency Festival Yung Hurn am

Auch Yung Hurn gab am Samstag sein drittes Gastspiel im St. Pölten. “War vor fünf Jahren jemand im Raum? Ich verstehe es immer noch nicht ganz”, fragte er das Publikum vor der Grünen Bühne. Im Grunde hat sich an den Zutaten seiner Performance seitdem nicht viel geändert, denn mit seiner einfachen und witzigen Herangehensweise an Hip-Hop, die dann noch mit einem Hauch Techno garniert werden musste, fand er wieder einmal Erfolg.

Jedenfalls standen am Anfang seines bis nach Mitternacht dauernden Konzerts fast alle bekannten Tracks von „Bianco“ bis „Diamant“, und die dichten, mit trockener Härte geworfenen Rhythmen hielten das Publikum bis zuletzt in Bewegung. die Zeile Und als kleine Überraschung, Mr. Julian Sellmeister sang den Refrain von Peter Cornelius’ All-Time-Hit “You’re sorry – I know you”.

Frequency Festival: LX und Maxwell traten auf der Green Stage auf

Zuvor traten unter anderem die Deutschrapper LX und Maxwell auf der Green Stage auf und erinnerten mit „187“-Rufen an ihre musikalische Heimat, die Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Straßenbande, spotteten über ihren Hit „Millionär“ und ließen keinen Stein auf sich beruhen ungedreht. ohne sich zu drehen, um Atmosphäre zu schaffen. Das Duo steht für die schlechte Sorte Rap, berichtet also von originellen Gangstern, sexuellen Erlebnissen, Pushern und illegalen Substanzen.

Was das Wetter angeht: Am vergangenen Samstag waren Temperaturen von knapp unter 20 Grad und darunter zu verzeichnen, Eisverkäufer meldeten entsprechende Umsatzeinbußen, aber der Regen setzte glücklicherweise erst gegen Ende der Veranstaltung stärkere Akzente.

Timmy Trompete beim Frequency

Bis dahin war zwar tagsüber noch ein Set von DJ Lost Frequencies auf der Space-Bühne zu hören, doch sollte die Bühne nicht in eine Open-Air-Disco verwandelt werden, die früh Entwürfe zum Besten gab Auf der dritten Indoor-Bühne hingegen wurde am letzten Tag das gute alte Band-Format geboten. Die britische Baby-Queen-Sängerin verriet, dass sie dort am vergangenen Freitagnachmittag ihren 25. Geburtstag feierte und deshalb während der Reise nach Österreich nur etwas Schlaf fand.

„Ich bin im Grunde gerade aufgewacht. Hallo und guten Morgen, Prost“, war die freundliche Begrüßung. Er setzte auf den Pop seines Herkunftslandes, es gab Texte über zu viel Beachtung anderer Meinungen („Nobody Really Cares“) und schwierige Momente im Leben, aber brisant präsentiert. Bereits mit 25 auf der großen Bühne trat der Schotte Lewis Capaldi fast zeitgleich als stimmgewaltigster Einsteiger des Tages auf und erwies sich zudem als charmanter Entertainer, der in den Pausen gerne mal das F-Wort benutzt.

Mitteilung des Frequenzveranstalters

Veranstalterin Jenner sagte, Frequency sei, ebenso wie ihr Publikum, wegen der großen Bandbreite an Genres „aufgeschlossen“. Ich würde 2023 Gästen empfehlen, sich ihre “Early Bird”-Tickets zu besorgen, die ab sofort erworben werden können. Diese Karten würden die letzten sein, die weniger als 200 Dollar kosten würden, warnte Jenner und verwies auf die allgegenwärtige Inflation.

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