Sanktionen: OPEC+ könnte russische Ölexportverluste auffangen

Die Ölallianz OPEC+ will laut einer Quelle drohende Engpässe aufgrund des Ausfalls der russischen Ölversorgung vermeiden. Neben den 13 Staaten Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Iran, Irak, der Republik Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Venezuela gehören zur OPEC+ auch Nichtmitgliedsstaaten OPEC wie Russland, Kasachstan, Mexiko und Oman.

Das Exportkartell könnte sich in seinen laufenden Beratungen mit Russland darauf einigen, dass andere Erzeugerländer einspringen und die Produktion ausweiten könnten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag gegenüber Reuters.

Eine Entscheidung darüber könnte aber auch verschoben werden oder die Verluste würden nur teilweise kompensiert. Einem Medienbericht vom Mittwoch zufolge dürfte vor allem Saudi-Arabien die Produktion ausweiten.

Gleichzeitig erwarten Experten, dass die OPEC+ ihren bisherigen Kurs fortsetzt, die Förderquoten für die gesamte Gruppe während ihrer Donnerstagskonsultationen schrittweise zu erhöhen. „Bei dem Treffen geht es darum, die Marktstimmung zu verbessern“, sagte Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei der Maklerfirma AvaTrade. “Ich denke, die Botschaft ist, dass sich die Welt keine Sorgen um die Ölversorgung machen muss.”

Der Westen hat Russland wegen des Einmarsches in die Ukraine mit harten Sanktionen belegt. Unter anderem hat die EU kürzlich einem weitreichenden Importstopp für russisches Öl zugestimmt. Jetzt müssen diese Staaten diese Energiequelle woanders suchen. „Die EU scheint immer stärker nach Westafrika zu blicken“, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. “Nigerianisches Gabelöl wird laut Händlern in Brent mit einem Aufschlag von 7 $ notiert.” Spekulationen über höhere Fördermengen einiger OPEC+-Mitglieder drückten den Preis für das trendsetzende Nordseeöl der Sorte Brent am Donnerstag um 1,7 Prozent auf 114,28 Dollar das Barrel (159 Liter).

Allerdings verzögert Ungarn laut Diplomaten erneut das EU-Ölembargo. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban habe die Aufhebung der Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Kirchenführer Patriarch Kirill gefordert, teilten drei Diplomaten am Mittwochabend mit. Am Mittwoch sollte das sechste EU-Sanktionspaket auf den Weg gebracht werden. Ungarn hatte zuvor seinen Widerstand gegen ein groß angelegtes Ölembargo hinausgezögert und sich die Befreiung von Pipelinelieferungen gesichert. (Reuters)

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