Magnus Brunner im Komitee U: Kein Thomas Schmid mehr im Finanzressort

Ja, er hat wohl das eine oder andere Bier auf Kosten des Wirtschaftsbundes getrunken; und ja, wahrscheinlich hat er im Wahlkampf vom Wirtschaftsbund, kurz WB, bezahlte Gummibärchen verteilt.

Doch Finanzminister Magnus Brunner, ehemaliger WB-Vorstand und langjähriges Mitglied, weist eines zurück: In der Zeitung Vorarlberger Wirtschaftsbund habe er nie Anzeigen geschaltet; und weiß nichts von möglicher Veruntreuung.

Das erklärte Brunner am Donnerstag unter echter Verpflichtung gegenüber dem Korruptionsermittlungsausschuss der ÖVP.

Der Minister stand den Mitgliedern des Repräsentantenhauses etwa fünfeinhalb Stunden lang zur Verfügung. Und was sein Wissen um die Wirtschaftsbund-Affäre betrifft, so sind die Schlussfolgerungen überschaubar: Brunner hat nie Anzeigen für den Wirtschaftsbund oder dessen Zeitung geschaltet; und kann nicht sagen, wer einen Höflichkeitsbericht initiiert oder geschrieben hat.

In der Finanzabteilung gibt es keinen neuen Thomas Schmid

In einem anderen Fall, den umstrittenen Beinschab-Studien, beschrieb Brunner, dass nun klare Konsequenzen für das Ministerium gezogen worden seien: Der Posten des Generalsekretärs (den Thomas Schmid vor seinem Ausscheiden aus der ÖBAG bekleidete, Anm.) werde abgeschafft. Alle in Auftrag gegebenen Studien werden auch zukünftig zentral veröffentlicht; und die Frage, wer welche Mitteilung des Ministeriums erhält, sollte eine Behörde beantworten.

SPÖ und Neos sind nicht genug. „Der Finanzminister hat ausführlich erklärt, dass er nichts tut“, sagte SPÖ-Fraktionschef Kai Jan Krainer. Für ihn geht es darum, dass auch nach dem Beinschab-Skandal hohe Beamte im Ministerium im Amt blieben. Laut Krainer hätte Brunner hinterfragen müssen, wer in der Abteilung noch tragbar ist. “Aber ich weiß nicht, ob der Minister darüber gesprochen hat.”

Christian Böhmer

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