Ausland Energiekrise
Hohe Benzinpreise – jetzt umwerben die USA plötzlich Saudi-Arabien
Stand: 03.06.2022 | Lesedauer: 2 Minuten
„Putin kann sein Geld kaum noch ausgeben“
Im Bundestag wurde über den Wirtschaftsetat debattiert. In seiner Rede erklärte Wirtschaftsminister Habeck, dass die Sanktionen gegen Russland Wirkung zeigten. Er bezeichnete die Kreditwürdigkeit Russlands als „Ramschstatus“ und ist sich sicher: „Putin kann das nicht mehr lange durchhalten.“
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Im Wahlkampf hatte US-Präsident Joe Biden noch versprochen, Saudi-Arabien wegen des brutalen Mords am Journalisten Khashoggi zu isolieren. Doch der Ukraine-Krieg lässt nun auch in den USA die Benzinpreise extrem steigen – und die Prioritäten verschieben sich.
US-Präsident Joe Biden will angesichts der hohen Benzinpreise in den kommenden Wochen nach Saudi-Arabien reisen. Dies erfuhren die Nachrichtenagentur AP und die „New York Times“ am Donnerstag aus Regierungskreisen in Washington. Demnach dürfte Biden dort mit Kronprinz Mohammed bin Salman zusammentreffen, den er noch vor wenigen Jahren als Vergeltung für den brutalen Mord am Journalisten Jamal Khashoggi international isolieren wollte.
Außerdem wolle Biden führende Politiker aus Ägypten, Jordanien, Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten sprechen. Die logistischen Details und der Zeitplan müssen demnach noch bestätigt werden, die grundsätzliche Entscheidung sei jedoch gefallen. Der Besuch werde zusätzlich zu einer bereits geplanten Reise Ende Juni nach Israel, zum G7-Gipfel nach Deutschland und zum Nato-Gipfel nach Spanien stattfinden.
„Der Präsident freut sich auf die Gelegenheit, mit den Führern des Nahen Ostens zu sprechen“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karin Jean-Pierre, ohne die Reise explizit zu bestätigen.
Am Donnerstag sendete das Weiße Haus bereits auffallend versöhnliche Signale in Richtung Riad. Die US-Regierung begrüße Saudi-Arabiens Rolle bei der jüngsten Entscheidung des Ölkartells Opec+, im Juli und im August die Tagesfördermenge um jeweils rund 648.000 Barrel zu steigern, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre.
Biden selbst hatte das Königreich zuvor für dessen Einwilligung in die Verlängerung eines Waffenstillstands der Kriegsparteien im Jemen um weitere zwei Monate gelobt. Die Feuerpause zwischen der von Riad gestützten international anerkannten Regierung des Jemen und den Huthi-Rebellen war Anfang April in Kraft getreten.
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman
Quelle: AP/Bandar Aljaloud
Die warmen Worte markieren einen scharfen Kontrast zu Bidens Rhetorik als Präsidentschaftskandidat. Im Wahlkampf ums Weiße Haus hatte er noch angekündigt, Saudi-Arabien wegen des Mordes an Khashoggi wie einen „Pariastaat“ behandeln zu wollen. Neben der brutalen Tötung des saudischen Kolumnisten, für die US-Geheimdienste Kronprinz Mohammed direkt verantwortlich machten, gibt es im Hinblick auf Menschenrechte auch einige andere Vorwürfe gegen das Königshaus.
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Aus US-Regierungskreisen verlautete aber nun, Biden könnte versuchen, in Riad Zusagen bei Ölliefermengen zu erwirken, die amerikanischen Verbrauchern Entlastung an den Zapfsäulen bringen würden.