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Nach einem Unfall in der Raffinerie Schwechat (Kreis Bruck an der Leitha), bei dem die Hauptanlage der Rohöldestillation beschädigt wurde, setzt Österreich nun einen Teil seiner Treibstoffreserven frei. Damit soll die Versorgung sichergestellt werden.
04.06.2022 07.00
Online ab heute, 7.00 Uhr (Update: 12.02 Uhr)
Der Unfall bei der OMV hat zumindest kurzfristig Folgen. Österreich gibt im Interesse der Versorgungssicherheit und zur Einsparung längerer Wartungsarbeiten einen Teil seiner Treibstoffreserven frei. Benzin und Diesel werden zur Verfügung gestellt, um den Produktionsausfall auszugleichen. Am heutigen Samstag wird das Klimaschutzministerium eine entsprechende Energieeinsparverordnung erlassen.
Um eine zügige Freigabe der Rücklagen zu gewährleisten, werde dann die notwendige Zustimmung im Hauptausschuss des Nationalrats erteilt, heißt es. Fraktionen wurden nach Regierungsangaben über dieses Verfahren informiert. Die Freigabe dient lediglich der Sicherstellung der Versorgung mit den notwendigen Brennstoffen bis der Schaden behoben ist oder Ersatzlieferungen in Österreich eintreffen.
Die Reservierung reduziert sich um den Verbrauch für sechs Tage
Die Ölreserve beinhaltet den durchschnittlichen österreichischen Ölverbrauch von 90 Tagen. Zu dieser Reserve gehören nicht nur Rohöl, sondern auch fertige Kraftstoffe wie Benzin und Diesel. Davon werden jetzt 112.000 Tonnen Diesel und 56.000 Tonnen Benzin freigesetzt. Insgesamt reduziert sich die in Österreich gespeicherte Reserve um den Verbrauch von sechs Tagen.
Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) betonte in einer Aussendung, dass die Versorgungssicherheit trotz des Vorfalls gewährleistet sei: „Da muss sich niemand Sorgen machen.“ Für diese Fälle sind Reservierungen möglich. Wie lange die Schadensbeseitigung dauert, ist laut Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) noch unklar. Um sich die längsten Reparaturarbeiten zu ersparen, wird ein Teil der staatlichen Ölreserven freigegeben. Zusätzliches Benzin und Diesel würden für 14 Tage geliefert.
Am Freitag gab die OMV bekannt, dass ein Teil des Schadens die Inbetriebnahme der Raffinerie verzögern würde. Es befindet sich seit dem 19. April in einem Wartungsstillstand. „Das Ausmaß des Schadens und die Dauer des Stillstands werden noch geprüft. Wir werden eng mit unseren Kunden und Lieferanten zusammenarbeiten, um die Auswirkungen auf die Produktverfügbarkeit zu mindern“, sagte OMV. Bei dem Crash wurden zwei Personen leicht verletzt.