Zugunglück in Garmisch
4.06.2022 11:29 (Akt. 4.06.2022 14:20)
Die Bergung nach einem Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen bleibt schwierig. ©AP; AFP
Tote, Vermisste, Dutzende Verletzte: Einen Tag nach dem schweren Zugunglück im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen suchen Rettungskräfte noch immer nach Vermissten und kämpfen mit den Riffen einer schwierigen Bergung.
Update 14.05 Uhr: Einen Tag nach dem Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen wurde nach Angaben der Polizei am Samstag eine weitere Leiche geborgen. Die Zahl der Todesopfer stieg auf fünf.
Die Polizei sprach am Samstag vom Verschwinden einer “einstelligen Nummer”. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich unter den umgestürzten Waggons weitere Opfer befinden. Berichten zufolge wurden bisher drei der vier bestätigten Todesfälle geborgen, und ein weiteres Opfer starb am Freitag auf dem Weg ins Krankenhaus. Laut Polizei waren unter den vier bestätigten Todesfällen keine Kinder.
Rettungsschwimmer gehen von 40 Verletzten und drei Schwerverletzten aus. Das sagte ein Polizeisprecher am Unfallort. Am Vortag waren etwa 15 Menschen schwer verletzt worden.
Schwierige Genesung
Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Zwei Versuche, die Waggons anzuheben, schlugen fehl. Es wurden auch Hebekissen verwendet. Die Waggons seien “verdreht und verdreht”, sagte ein Polizeisprecher. “Das macht die Rettung sehr schwierig.” Helfen soll ein schwerer Bergungskran, der bis zu 120 Tonnen heben kann und am Morgen an der Absturzstelle erwartet wurde. „Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen“, sagte der Sprecher.
Zu den Unfallursachen vom Samstag gab es zunächst keine neuen Daten. Laut Polizei wurde der Lokführer befragt. Die Polizei sagte jedoch nicht, was sie sagte.
Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen
“Forschung in alle Richtungen”
Sicher ist bisher nur, dass eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug ausgeschlossen werden kann. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte der Sprecher. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte dem Bayerischen Rundfunk am Freitagabend, er vermute eine technische Ursache. Laut einem Bahnsprecher war die Strecke mit elektronischen Stellwerken und moderner Sicherungstechnik ausgestattet.
Am Freitagnachmittag sind im Stadtteil Burgrain mehrere Waggons der Regionalbahn Richtung München entgleist. Mehrere zweistöckige Waggons überschlugen sich, rutschten eine Böschung hinunter und landeten schließlich am Rand einer Hauptstraße.
Mindestens vier Menschen wurden getötet
Mindestens vier der rund 140 Insassen des Zuges starben, Kinder wurden verletzt. Einige der Opfer wurden schwer verletzt und mussten notoperiert werden. Es war eines der schwersten Eisenbahnunglücke in Deutschland in den letzten Jahren.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagierte „mit großer Bestürzung“: „Meine Gedanken sind in diesen schweren Zeiten bei den Verletzten und all ihren Angehörigen“, sagte er in einer Mitteilung. „Ich möchte mich bei allen Polizisten und Rettungsschwimmern für ihre unermüdliche und wichtige Arbeit bedanken.“
Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen teilte mit, dass nach Ende der Rettungsarbeiten der Autoverkehr in der Region voraussichtlich Mitte nächster Woche von Behinderungen betroffen sein wird. Der Verkehr von der Autobahn 95 wird weiterhin großflächig umgeleitet, die Autobahn bleibt nach Süden gesperrt.