Schweizer Tourismus: Städte erholen sich weniger schnell von der Krise der Krone

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Der Schweizer Tourismus hat die Pandemie überstanden. Allerdings können nicht alle Bereiche mithalten.

Autoren: Maja Helbling und Daniel Loosli

26 Prozent mehr Übernachtungen im Jahr 2022. Das ist die Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Economics für den Schweizer Tourismus. Sie hat eine Tourismusprognose des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erstellt.

Nächstes Jahr ein großer Vorteil dank der Gäste aus dem Ausland

Im Sommer 2021 war bereits eine starke Erholung der Nachfrage zu beobachten. Dies wurde jedoch durch den erneuten Anstieg der Kronenfälle in den Wintermonaten gebremst.

„Nächstes Jahr gehen wir davon aus, dass insbesondere die Rückkehr von Gästen aus dem Ausland ein großer Vorteil sein wird“, sagt Benjamin Studer von BAK Economics. Ökonomen prognostizieren, dass Europas Gäste immer wieder kommen werden. Das Vorkrisenniveau wird der Schweizer Tourismus aber erst Ende 2023 erreichen.

Es wird ein Wachstum von 13 % erwartet.

Auch der Krieg in der Ukraine wirkt sich in diesem Sommer dämpfend auf die Nachfrage aus. Steigende Inflationsraten, Lieferengpässe und hohe Energiepreise schwächen den Erholungseffekt nach der Pandemie.

Russische Gäste seit dem Krieg auf Null

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Vor dem Ukrainekrieg machten russische Touristen ein Prozent der Übernachtungen aus. Insgesamt ist das kein grosser Anteil, aber der Verlust von Hotels und einzelnen Destinationen bleibt gravierend, so Benjamin Studer, Leiter Tourismusprognosen bei BAK Economics.

Vor allem Touristen aus fernen Märkten spüren auch die Preise der höheren Flüge. Doch gerade bei ihnen ist der Nachholbedarf noch größer. Allerdings rechnet BAK Economics für den Sommer 2022 mit einem Wachstum von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Städte erholen sich langsamer

Der Städtetourismus hat stärker unter der Pandemie gelitten als der Tourismus in den Alpenregionen. Das liegt daran, dass Touristen aus Europa, aber auch aus fernen Märkten, vermehrt in Städte reisen. Daher schreitet die Erholung langsamer voran als in alpinen Gebieten.

Hinzu kommt ein erheblicher Anteil des Geschäftstourismus, der während der Pandemie fast vollständig verschwunden war. BAK Economics erwartet als Folge der Pandemie 15 Prozent weniger Geschäftstouristen.

Zwischen den Schweizer Städten gibt es erhebliche Unterschiede. Zu Beginn der Pandemie verzeichneten Zürich und Genf einen Rückgang der Logiernächte um 20 Prozent als Bern und Lausanne.

Gründe dafür sind der hohe Anteil an Touristen aus Fernmärkten und Geschäftsreisenden. Auch hier verlangsamt sich die Erholung.

Besonders betroffen: Luzern

Vor allem in Luzern steigen die Nächtigungszahlen deutlich langsamer als in anderen Städten. Die meisten Touristen in Luzern kommen normalerweise aus China, dessen Regierung immer noch strenge Kronenmassnahmen verhängt. Das Vorkrisenniveau wird voraussichtlich erst im Winter 2023/2024 wieder erreicht.

BAK Economics prognostiziert jedoch eine generelle Veränderung des Rückgangs der chinesischen Gäste von 10 auf 15 Prozent. Es gibt Hinweise darauf, dass die chinesische Regierung unabhängig von Corona langfristige Reisemöglichkeiten einschränken könnte, um die eigene Tourismusbranche zu stärken.

Eine Möglichkeit, die Beschleunigung der urbanen Erholung zu beschleunigen, besteht darin, ungenutzte Hotelbetten in Businesshotels für Freizeitaktivitäten umzuwandeln, sagt Benjamin Studer von BAK Economics.

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