Flugausfälle und Tausende gestrandete Passagiere

Mögliche Folgen von Personalengpässen an verschiedenen Stellen im Reiseprozess. (Symbolfoto)

Keystone / EPA / Andy Regen

Flugausfälle und gestrandete Passagiere im Ausland nehmen bei Fluggesellschaften zu. Der Grund: Es fehlt an Mitarbeitern, die während der Pandemie nach anderen Jobs suchen. Die Sorge vor chaotischen Zuständen in den Sommerferien wächst.

Nach Flugausfällen großer europäischer Fluggesellschaften und Tausenden von Passagieren, die aufgrund von Personalmangel im Ausland festsitzen, wächst die Sorge vor chaotischen Zuständen in der Hochreisezeit. Nach den Abgängen und Entlassungen der Pandemie hat die Branche immer noch nicht genügend Mitarbeiter und Betriebspersonal, um den Reiseansturm zu bewältigen.

Aufgrund mehrerer Flugausfälle waren Medienberichten zufolge am Wochenende Tausende Briten im Ausland gestrandet. Sowohl Easyjet als auch British Airways und Tui strichen wie in den Vortagen mehrere Flüge. Am größten Flughafen Europas, London Heathrow, standen Passagiere letzte Woche teilweise stundenlang an, bevor sie einchecken konnten. Die britische Regierung warf der Branche vor, nicht richtig vorbereitet zu sein.

Mangel an Personal bei der Handhabung und Sicherheit des Gepäcks

Am Pfingstsonntag begann die niederländische Fluggesellschaft KLM, viele ihrer Passagiere, die am Vortag in europäischen Ländern gestrandet waren, nach Amsterdam zu befördern. Aufgrund erheblicher Betriebsverzögerungen am Flughafen Schiphol hat KLM am Samstag beschlossen, eine Reihe von Linienflügen aus europäischen Städten zu stornieren. Bereits in den Wochen zuvor hatte der Flughafen große Probleme wegen Personalmangels bei der Verwaltung und Sicherung des Gepäcks gehabt.

Auch in Deutschland herrscht großer Personalmangel. „An allen Standorten fehlen den im Passagiermanagement tätigen Dienstleistern rund 20 Prozent des Bodenpersonals im Vergleich zur Zeit vor der Corona. Das kann zu Stoßzeiten, insbesondere in Stoßzeiten, zu Engpässen beim Einchecken, beim Packen und in der Luft führen.“ Sicherheitskontrolle”, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, kürzlich der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Notstand lässt sich nicht schnell auflösen

Der Ausnahmezustand kommt nicht überraschend. In einer vor einem Monat veröffentlichten Umfrage der beiden Branchenverbände ACI und ASA prognostizieren zwei Drittel der befragten Flughafenverantwortlichen, dass es aufgrund von Personalmangel zu Verzögerungen kommen könnte. Sogar ein Drittel der Befragten schätzt, dass diese Probleme bis Herbst andauern werden.

Schließlich können Unternehmen auf dem ausgetrockneten Arbeitsmarkt nicht so schnell einstellen, wie das Reisefieber steigt. ADV-Verbandschef Beisel betonte, dass aufgrund von Sicherheitsauflagen für das Flughafenpersonal, „Zuverlässigkeitsprüfung“, Mitarbeiter nicht über Nacht eingestellt werden könnten.

Swissport, die weltgrößte Fluggesellschaft und Flughafengesellschaft, arbeite daran, “die Ressourcenprobleme in den Niederlanden und Großbritannien in den Griff zu bekommen”, sagte Sprecherin Nathalie Berchtold gegenüber dem Tages-Anzeiger. Während der Corona-Pandemie hat Swissport die Zahl der Stellen weltweit von 65.000 auf 40.000 reduziert.

Indirekte Auswirkungen auf Schweizer Flughäfen

Was die Schweizer Flughäfen betrifft, ist Swissport entspannt: «In Basel, Genf und Zürich haben wir derzeit genug Personal, um die ausgeschriebenen Flüge abzudecken», sagt die Mediensprecherin des Unternehmens. Bei den Flugplänen sollen keine weiteren Kürzungen vorgenommen werden. Swiss hat mitten im Sommer bereits Flüge gestrichen, weil die Airline zu wenig Kabinenpersonal hat.

Indirekt spüren die Probleme aber auch Schweizer Flughäfen und Fluggesellschaften. Wenn es an den großen Passagierzentren in London und Amsterdam klemmt, verspäten sich oft Flüge aus diesem Land oder Passagiere müssen umgebucht werden.

Für die Sicherheitskontrollen am Flughafen Zürich ist die Kantonspolizei zuständig. Der «Tages-Anzeiger» bestätigte, dass genügend Personen vorhanden seien. Im Gegensatz zu vielen privaten Sicherheitsdiensten hat die Kantonspolizei während der Pandemie keine Mitarbeitenden entlassen. Anders am Flughafen Genf. Dort übernimmt eine private Firma die Sicherheitskontrollen. Auch der Mediensprecher des Genfer Flughafens sprach damals von einer «allgemein sehr angespannten Personalsituation».

mit dpa-Material

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