Elektronische Leihroller sollen Verkehrssünder ausbremsen

Verkehr

Ab diesem Sommer werden die Elektro-Miet-Scooter von Link in Wien mit neuer Technik ausgestattet, die Verkehrssünder eindämmt. Integrierte Sensoren erkennen nicht nur abweichendes Fahrverhalten, sondern auch falsches Einparken.

06.07.2022 15.21

Online ab heute, 15.21 Uhr

Diese Sensortechnologie ist um ein Vielfaches genauer als herkömmliches Satelliten-Geotracking. Die neue Sicherheitstechnik wurde am Dienstag von der Firma Superpedestrian in Wien vorgestellt. „Unsere neue Sensortechnologie ermöglicht es uns, das Verhalten von Scootern genau und in Echtzeit zu beobachten und bei Fehlverhalten automatisch und schnell einzugreifen. Das gilt für das Fahren auf dem Bürgersteig, das Überqueren von Stoppschildern und das Gehen zum Drift, was sehr gut ist bei jungen Leuten sehr beliebt“, sagt Laurenz Vavrovsky, Geschäftsführer von Link Austria.

300 Roller in diesem Sommer

So kann zum Beispiel derjenige angehalten werden, der auf dem Bürgersteig fährt, sowie jeder, der illegal in die entgegengesetzte Richtung zur Einbahnstraße fährt. „Die ersten 300 Roller mit der neuen Technologie werden im Sommer eintreffen“, sagte Vavrovksy. Link will die 1.500 Scooter-Flotte schrittweise umrüsten. Altgeräte werden nicht entsorgt, sondern durch den Austausch von Altgeräten ein fließender Übergang geschaffen.

„Die Erfahrungen von US-Städten, in denen wir kürzlich eine offizielle Lizenzausschreibung in Chicago gewonnen haben, zeigen, dass bereits eine kleine, schrittweise Umstellung der Flotte eine weitreichende Wirkung auf das Nutzerverhalten haben kann“, erklärte Vavrovsky. Obwohl mit dem neuen System die sogenannte Pedestrian Defense (Fußgängerschutz) nur noch alle zehn Fahrten gemacht werde, habe dies “bereits positive Auswirkungen”.

Park Sheriffs für bessere Zusammenarbeit

Im Sommer sollen unsere eigenen Parksheriffs für eine bessere Zusammenarbeit sorgen. Sie werden in Kooperation mit zwei weiteren Elektroroller-Betreibern eingesetzt. „Das Parken von Elektrorollern ist ein sensibles Thema für alle in der Stadt, wir wissen, dass wir mit einer eigenen Parkhausverwaltung, die sieben Tage die Woche unterwegs sein wird, der Stadt bei diesem Problem sehr aktiv helfen werden.“ sagte Vavrovsky.

Superpedestrian wurde 2013 als Spin-off des Massachusetts Institute of Technology (MIT Senseable City Lab) gegründet. Acht Jahre dauerte die Entwicklung der Basistechnologie „Vehicle Intelligence“, die großflächige Mikromobilität nachhaltig, effizient und sicher machen soll. Basierend auf dieser Technologie konzentriert sich das Unternehmen auf Partnerschaften mit Städten auf der ganzen Welt. Der Start erfolgte 2020: Superpedestrian ist derzeit in mehr als 60 Städten in zehn Ländern aktiv.

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