Bereicherungsgebühr: Booking.com-CEO kritisiert Schweizer Hoteliers

Kaum vorgeworfen von Booking.com-Chef Glenn Fogel (59) von Schweizer Hoteliers

“Das nennt man ungerechtfertigte Bereicherung”

Booking.com-Chef Glenn Fogel glaubt nicht an Schweizer Pläne für eine strengere Regulierung von Online-Buchungsplattformen. In einem Interview startet er einen Gegenangriff.

Veröffentlichung: 15:23 Uhr

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Aktualisiert: 15:33 Uhr

Booking.com ist ein Schwergewicht, das größte Online-Reiseportal in Europa und Nordamerika. Schwer wiegen auch Beschwerden von Chief Glenn D. Fogel (59) gegen Schweizer Hoteliers. Manche Hoteliers seien der Meinung, sie müssten günstigere Preise anbieten und trotzdem die Vorteile einer Kooperation mit einer Buchungsplattform geniessen können, sagte Fogel im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung. „Glaubt irgendjemand, dass das eine faire Beziehung ist? Das nennt man ungerechtfertigte Bereicherung.“

Das Buchungs- und Reiseportal ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Schweiz aktiv. Laut Fogel hat Booking die Hotelprovision nie erhöht. Es waren immer 12 Prozent. Hotels erhielten dafür ein komplettes Leistungspaket. Sie listet auf: die Positionierung von Hotels auf der Plattform, damit Gäste sie finden, die Übersetzung von Inhalten in 40 Sprachen, Kundenservice, Milliardenausgaben für Online-Werbung und so weiter. „Für Hotels ist alles kostenlos. Sie zahlen nur, wenn jemand ein Zimmer bucht“, sagt Fogel.

Sind Schweizer Hotels zu kurzsichtig?

Auf die Frage, ob Booking.com seine starke Marktposition ausnutze, antwortet Fogel, dass die Konkurrenz unglaublich hart sei. Jeden Tag konkurriert die Plattform mit Hunderten anderer Anbieter von Hotelzimmern.

Das Schweizer Parlament dürfte bald die Regeln für Online-Buchungsplattformen verschärfen. Plattformen wie Booking.com können Schweizer Hotels künftig nicht mehr verbieten, günstigere Zimmer auf der eigenen Website anzubieten. Schweizer Hoteliers haben sich in der Vergangenheit dafür eingesetzt, Booking und Co. stattdessen.

Fogel gegenüber der NZZ: «Ich glaube, sie sind kurzsichtig. Sie werden nicht davon profitieren. Das aktuelle System funktioniert für alle sehr gut.» (Euro)

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