Hausdurchsuchungen des ehemaligen FPÖ-Chefs Graz

Aktualisiert am 15. Oktober 2022 | 19:29

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Die Polizei klopfte an die Tür des ehemaligen stellvertretenden Bürgermeisters Eustacchio

Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Am Samstagmorgen fanden Hausdurchsuchungen bei dem ehemaligen Grazer FPÖ-Vizebürgermeister Mario Eustacchio, dem ehemaligen Vereinspräsidenten Armin Sippel, dem ehemaligen Finanzvorstand Matthias Eder und weiteren Verdächtigen statt. Wie die Staatsanwaltschaft Klagenfurt, die zu den finanziellen Hintergründen der Grazer Blauen ermittelt, einen Bericht der „Kleinen Zeitung“ bestätigte, werden insgesamt zwölf Adressen gesucht. Unter anderem in den Clubhäusern der Burschenschaften.

„Ja, die Hausdurchsuchungen dauern noch an“, bestätigte Markus Kitz von der Staatsanwaltschaft am Mittag. Im Frühjahr übernahmen die Klagenfurter Anwälte den Fall um die erklärungsbedürftigen Finanzströme der FPÖ Graz. Seitdem wurden die zur Verfügung gestellten Dokumente und mögliche Beweise konsultiert. „Wir hatten aber den Verdacht, dass es noch weitere Dokumente geben könnte. Deshalb haben wir jetzt geplant, das Haus zu durchsuchen“, sagt Kitz.

Neben den drei bekannten Namen nahmen die Ermittler drei weitere Verdächtige ins Visier. Auch Daten der Kriminalpolizei müssen geschützt werden. Außerdem gibt es laut Staatsanwaltschaft sechs Vereine, darunter Burschenschaften. Mit mehr Beweisen sollten Cashflows besser verstanden werden. Auch ist noch unklar, wohin das Geld geflossen ist. Es wird von einem Schaden von mindestens 700.000 Euro ausgegangen.

Im Vorjahr, kurz nach der Niederlage der FPÖ bei den Grazer Gemeinderatswahlen, war bekannt geworden, dass offenbar in großem Umfang Gelder aus der städtischen Vereinsförderung abgezweigt worden waren. Der frühere Vereinsvorstand und Finanzvorstand der Partei, Matthias Eder, hat sich selbst angezeigt und bereits mehr als 700.000 Euro Schadensersatz an die Staatsanwaltschaft überwiesen. Dann wurde überlegt, dass auch der ehemalige stellvertretende Bürgermeister und der Vereinschef mit einbezogen werden sollten. Beide traten von ihren Ämtern zurück und gegen beide wurde inzwischen ermittelt.

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