70 Prozent sind in Sachwerte investiert. Allerdings ist der Reichtum ungleich verteilt: 400 „Superreiche“ besitzen ein Drittel ihres nationalen Finanzvermögens.
Die Kronenzeit hat den Aufstieg des Privatvermögens nicht gestoppt. Das gilt für Österreich und erst recht weltweit. Laut dem Global Wealth Report 2022 des Beratungsunternehmens BCG haben die Menschen in Österreich bis 2021 rund 2,4 Milliarden US-Dollar (2,25 Milliarden Euro) an Finanz- und Sachvermögen angehäuft. Das entspricht mehr als dem Vierfachen der jährlichen Wirtschaftsproduktion Österreichs. Auch im zweiten Corona-Jahr 2021 ist das Privatvermögen deutlich gewachsen.
Der Vergleich mit dem Vorjahr ist schwierig, da nicht nur der Wechselkurs schwankt, sondern auch das Vermögensberechnungsmodell angepasst wurde. Daher sind die Dollarvermögen von 2021 niedriger als die von BCG für 2020 gemeldeten.
Wendet man die neue Rechnung aber auf das Vorjahr an, ist das private Geldvermögen um sechs Prozent auf 975 Milliarden Dollar gestiegen. Sachanlagen stiegen sogar um 12 Prozent auf 1,7 Billionen Dollar. Nach Abzug von rund 200 Milliarden Dollar Schulden haben die österreichischen Haushalte ein Nettovermögen von rund 2,4 Billionen Dollar angehäuft. „Österreicher lieben Sachwerte. Rund 70 Prozent des Vermögens sind in Immobilien, Rohstoffe, Wein, Kunst und andere Sachwerte investiert“, sagt Studienautorin Anna Zakrzewski.
400 Superreiche besitzen ein Drittel ihres Vermögens
Die ungleiche Vermögensverteilung spiegelt sich auch im Bericht der Boston Consulting Group wider. 400 „Superreiche“ besitzen ein Drittel des nationalen Finanzvermögens. BCG erwartet, dass das Finanzvermögen in Österreich bis 2026 um 3,5 Prozent auf 1,2 Billionen US-Dollar und das Sachvermögen um 6,6 Prozent auf 2,3 Billionen US-Dollar wachsen werden.
Das globale Nettovermögen wuchs im Jahr 2021 um fast 11 Prozent auf 473 Billionen US-Dollar. Etwa 69.000 Menschen besitzen jeweils mehr als 100 Millionen US-Dollar, die zusammen 15 Prozent des weltweit investierbaren Finanzvermögens ausmachen.
(APA)