Prozess „Bunga-Bunga-Partys“: Die Staatsanwaltschaft will Berlusconi hinter Gittern sehen

Berlusconi will den Prozess gegen die Angeklagten der “Bunga-Bunga-Partei” hinter Gittern sehen

25. Mai 2022, 19:21 Uhr

Wegen seiner skandalösen “Bunga-Bunga-Partys”, bei denen Silvio Berlusconi junge Frauen als “bezahlte Sexsklavinnen” missbraucht haben soll, landete der italienische Politiker vor zehn Jahren vor Gericht und wurde freigesprochen. Nun geht der Prozess in eine neue Runde: Die Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen.

Im Korruptionsprozess um die sogenannten “Bunga-Bunga-Spiele” von Silvio Berlusconi haben italienische Staatsanwälte eine sechsjährige Haftstrafe für den ehemaligen Ministerpräsidenten beantragt. Die Mailänder Staatsanwaltschaft forderte in ihrer Berufung zudem die Einziehung des Vermögens des Politikers und Unternehmers in Höhe von 10,8 Millionen Euro. Dem 85-Jährigen wird im Prozess unter anderem Bestechung von Zeugen vorgeworfen.

Der Fall betrifft Feiern mit jungen Frauen, die vor mehr als zehn Jahren als “Bunga-Bunga-Partys” bekannt geworden sind. Der Mailänder Prozess ist der dritte in Folge seit dem Skandal von 2010. Berlusconi war bereits wegen Kindesmissbrauchs und Prostitution angeklagt und schließlich mangels Beweisen freigesprochen worden.

“Es gab kein Verbrechen”

Im aktuellen Prozess geht es darum, ob Berlusconi die jungen Frauen zu Falschaussagen vor Gericht gedrängt hat. Der Medienunternehmer bestreitet die Vorwürfe. Staatsanwältin Tiziana Siciliano warf der Vorsitzenden der Partei Forza Italia kürzlich vor, bei ihren Feiern Haremsfrauen und “bezahlte Sexsklavinnen” zu halten. Ein Urteil über Berlusconi, inzwischen “alt und krank”, ging unabhängig vom Ausgang des Verfahrens in die Geschichte ein.

Neben dem Politiker wurden 27 weitere Personen angeklagt, darunter eines der Mädchen bei den Feierlichkeiten. Ihr Name war Ruby Rubacuori und sie gab Berlusconis “Ruby”-Affäre ihren Namen. Die Staatsanwaltschaft fordert mehrere Jahre Gefängnis für sie und die anderen Angeklagten, darunter die Abgeordnete Maria Rosaria Rossi. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa war Berlusconis Anwalt Federico Cecconi von dem Freispruch überzeugt. „Es gab kein Verbrechen“, sagte er. Bereits Ende 2021 hatte ein Gericht in Siena Berlusconi von der Bestechung von Zeugen im Fall Ruby freigesprochen. Die Führer des Mitte-Rechts-Parteiblocks drückten am Mittwoch ihre Unterstützung für Berlusconi aus.

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