„Erholen und stärken“: Putin zieht Parallelen zu Peter dem Großen

“Erholen und stärken” Putin zieht Parallelen zu Peter dem Großen

06.09.2022, 20:02

Peter der Große, der verstorbene Zar von Russland, ist jetzt 350 Jahre alt. Präsident Putin vergleicht sich unter anderem deshalb so zweifelhaft mit dem Kaiser, weil er wie damals Peter auch versucht, das europäische Territorium zurückzuerobern, das Russland angeblich zusteht.

Kremlchef Wladimir Putin hat den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine mit dem Großen Nordischen Krieg unter Zar Peter I. von Russland gleichgesetzt und von einem Feldzug zur Rückkehr auf russischen Boden gesprochen. Peter eroberte das Gebiet um die heutige Metropole St. Petersburg nicht von den Schweden, sondern eroberte es zurück. „Es scheint, dass es auch unser Glück ist: sie zurückzugewinnen und zu stärken“, sagte Putin gegenüber Interfax und zog Parallelen zum Krieg gegen die Ukraine.

Heute, am 9. Juni, jährt sich zum 350. Mal der Geburtstag von Peter dem Großen, der als erster russischer Zar den Kaisertitel erhielt und sich durch die Eroberung Nordrusslands den Zugang zum Meer sicherte. „Fenster nach Europa“ genannt. Seitdem habe sich fast nichts geändert, sagte Putin in einem Gespräch mit jungen Unternehmen im Vorfeld des St. Petersburg International Economic Forum.

Schon damals erkannte kein europäischer Staat das Gebiet als russisch an. “Neben den finno-ugrischen Stämmen leben dort seit Jahrhunderten auch Slawen”, sagte der Kremlchef. Einerseits rechtfertigte Putin den Krieg gegen die Ukraine mit einer angeblichen Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung des Landes. Andererseits sprach sie der Ukraine auch das Existenzrecht ab und beanspruchte große Teile des Landes, die historisch unter russischer Herrschaft standen, in Besitz.

Putin sagt die Fragestunde ab

Als Vater des liebevollen Landes präsentiert sich Putin alljährlich in der traditionellen Fragestunde der Bürger des Fernsehens „The Hotline“. In diesem Jahr wird es allerdings nicht mehr so ​​oft im Juni stattfinden. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung seien im Gange, aber es stehe noch kein konkretes Datum fest, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der Nachrichtenagentur Interfax. Er schloss jedoch aus, die Veranstaltung im Juni durchzuführen. In den letzten Jahren fand die Fragestunde mit Ausnahme von Covid 2020 immer im Juni statt.

“The Hotline” ist eine mehrstündige Live-Sendung, in der russische Bürger ihre persönlichen Anliegen an der Kremlspitze schildern können. In den meisten Fällen verspricht Putin Anrufern oder Zuschauern, dass sie alle Probleme lösen werden, seien es ausstehende Zahlungen, Straßenreparaturen oder ein fehlender Gasanschluss. In der Vergangenheit wurden jedoch auch einige politische Fragen gestellt.

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