Wiener Börse (Eröffnung) – ATX am Vormittag mit Verlusten

Die Wiener Börse ist am Donnerstagmorgen stark gefallen. Gegen 9.45 Uhr fiel der nationale Leitindex ATX um 0,60 Prozent auf 3.343,44 Punkte. Auch der etwas breiter aufgestellte ATX Prime verlor zuletzt 0,60 Prozent auf 1.680,08 Einheiten. Auch an anderen europäischen Märkten kam es zu Kursverlusten. Viele Anleger dürften vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) heute Nachmittag abwarten.

Laut Marktexperten ist trotz der hohen Inflationsrate weiterhin nicht mit einer Anhebung des Leitzinses durch die EZB zu rechnen. Allerdings sollten die Weichen für einen Kurswechsel in der Geldpolitik gestellt werden. Einerseits dürften die Geldpolitiker das Ende ihrer Netto-Anleihekäufe verkünden. Andererseits dürfte die Aussicht auf eine erste Zinserhöhung zur nächsten Zinssitzung im Juli erweitert werden. Es wäre die erste Zinserhöhung seit mehr als einem Jahrzehnt.

Mit Spannung müssen auch die Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf einer anschließenden Pressekonferenz verfolgt werden. Im Fokus stehen dabei vor allem steigende Zinserwartungen. „Sollte EZB-Chefin Lagarde schrittweise Erhöhungen in Aussicht stellen und den Eindruck erwecken, dass es für einen Schritt um 50 Basispunkte keine Mehrheit gibt, könnte es zu einer vorübergehenden Korrektur der Markterwartungen kommen“, schreiben die Helaba-Experten ihre täglichen Aussichten.

Bei den Einzelaktien der Wiener Börse legte die DO&CO Aktie am Donnerstagmorgen um deutliche 3,4 Prozent auf 87,60 Euro zu. Ein positiver Kommentar der Analysten der Erste Group dürfte Auftrieb gegeben haben. Erste-Aktienexpertin Vladimira Urbankova bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Zeitung und hob das Kursziel von 100,5 auf 115,5 Euro an. Die Zwischenbilanz für das Geschäftsjahr 2021/2022 habe laut Urbankova gezeigt, dass DO&CO schnell wieder zu einem dynamischen Wachstum zurückgekehrt sei.

Ansonsten gab es im ATX Prime nur wenige Gewinner. Die Aktien des Baukonzerns Porr stiegen mit -2,9 Prozent nach hinten. AT&S verlor ebenfalls 2,5 Prozent und Palfinger 1,9 Prozent. Die Aktien der voestalpine fielen um 2,0 Prozent auf 27,82 Euro. Zuvor hatten Analysten der Deutschen Bank ihre „Halten“-Empfehlung für Wähleraktionen bestätigt und das Kursziel von 39 auf 35 Euro gesenkt.

pma / ste

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