Dax heute und aktualisiert: Indexentwicklung und aktualisierte Kurse

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt geht der Kampf um die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten in eine neue Runde. Der Dax notiert am Mittag um 1,5 Prozent im Minus und notiert bei 13.990 Punkten, ein Minus von 210 Punkten. Das Tagesminimum liegt bei 13.956 Punkten.

Mit der gestrigen Zinsentscheidung hat die Europäische Zentralbank die Anleiheverkäufe angekurbelt. Mit 0,84 Prozent und 1,45 Prozent liegen die Renditen zwei- und fünfjähriger Bundesanleihen aktuell so hoch wie zuletzt 2011, damals lag der Leitzins der EZB aber bei 1,5 Prozent.

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Für Kapitalmarktexperte Thomas Altmann zeigt dieser Anstieg, „mit welchen schnellen und deutlichen Zinserhöhungen die Märkte rechnen“. Die zehnjährige Bundesdarlehensrendite liegt derzeit bei 1,42 Prozent und damit nahe an ihrem Achtjahreshoch.

Zudem fallen die Renditen italienischer und deutscher Staatsanleihen wieder auseinander. Verglichen mit 1,40 Prozent eines guten Deutschen beträgt dieser Wert beim italienischen Pendant 3,75, eine Differenz von 232 Basispunkten. Vor der EZB-Entscheidung vom Donnerstag betrug die Differenz rund 200 Punkte. Dieser Anstieg zeigt, dass die Angst vor einer Rückkehr der Euro-Schuldenkrise zurückgekehrt ist.

Auch am Freitag könnte es mit Turbulenzen weitergehen. Weil die US-Regierung Inflationsdaten für Mai veröffentlicht. Im April hatte sich dieser Wert gegenüber dem Vorjahr leicht auf 8,3 % nach 8,5 % im März abgeschwächt.

Der Markt prognostiziert erneut massive Preissteigerungen in den USA. Laut Experte Jeffrey Halley vom Oanda Runner ist die Reaktion darauf schwer abzuschätzen. Bei einem Wert von 8,4 Prozent oder mehr erwartet er, dass das Risiko auf alle Anlageklassen außer dem Dollar flüchtet. Befindet sich die Inflation „nur“ noch bei maximal 8,2 Prozent, könnte es wieder Erleichterung geben, da die Zinserwartungen der Fed sinken würden, so Halley.

Was Dax Graphics Technology sagt

Die 14.000er-Marke hat nicht nur eine psychologische Bedeutung für das Dax-Schlusslicht. Von Anfang Mai bis Anfang Juni dieses Jahres ist das Barometer des deutschen Aktienmarktes um rund 1.300 Punkte von 13.380 auf 14.709 Punkte gestiegen. Genau 14.044 Punkte sind die Hälfte dieses vierwöchigen Anstiegs.

Technische Analysten bezeichnen diese Markierung als normale Korrektur.

Dass der Frankfurter Leitindex am Freitag diese Marke unterschritten hat, ist ein weiteres negatives Zeichen.

Auch Martin Utschneider, technischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, hatte erwartet, dass der Dax am Freitag den Bereich testet.

Auf der Oberseite liegt der Fokus auf der 50-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend anzeigt und aktuell bei 14.143 Punkten liegt. Übersteigt der Dax diese Marke, wäre dies ein erstes Zeichen der Entspannung.

Die Anlegerstimmung deutet nach wie vor auf eine Beruhigung der Lage hin, denn, um es deutlich zu sagen, es besteht unter den Pessimisten Konsens. Viele Anlageprofis rechneten mit fallenden Kursen, einige spekulierten damit. Das ist positiv, denn in diesen Fällen ist noch genügend Kapital für einen Wiedereinstieg vorhanden.

Wenn die Profis an diesem Freitag ihre Short-Spekulation wieder auflösen, dürfte dies den ersten deutschen Index stützen. Verhaltensökonom Joachim Goldberg rechnete nach Auswertung der Anlegerumfrage der Frankfurter Wertpapierbörse am Mittwochabend dieser Woche damit, dass Profis ihre Gewinne zwischen 14.150 und 14.250 Punkten einstreichen wollen.

Immobilien- und Industrieaktien sind heute deutlich gefallen. Vonovia-Aktien verlieren 3,7 Prozent, Tag Immobilien sogar 4,7 Prozent. Bei den Industriewerten führte Heidelberger Druck mit weniger als 4,3 Prozent die Verliererliste an. Auch die meisten anderen Aktien der „Old Economy“, also der Werte traditioneller Industrien, verlieren stärker als der Gesamtmarkt.

Schauen Sie sich die einzelnen Werte an

Bayer: Das Unternehmen hat in den USA einen weiteren Prozess wegen angeblicher Krebsrisiken des Herbizids Glyphosat gewonnen. Eine Jury in einem Gericht in Kansas City, Missouri, entschied am Donnerstag zugunsten des DAX-Unternehmens und entschied, dass das Herbizid nicht die Schuld der Krankheit des Klägers Allan Shelton sei. Die Aktien fielen jedoch um 0,9 Prozent.

Große rechtliche Risiken ging Bayer 2018 mit dem Kauf des damaligen US-Riesen Monsanto für 60 Milliarden Dollar ein, der das umstrittene Herbizid Roundup mit Glyphosat herstellt. Der Agrochemie- und Pharmakonzern hat sich in den USA nun in drei aufeinanderfolgenden Glyphosat-Prozessen durchgesetzt, zuvor aber auch drei aufeinanderfolgende Prozesse verloren. Die Leverkusener sehen sich in den USA mit zahlreichen weiteren ähnlichen Klagen konfrontiert.

GFT Technologies: Aktie verliert rund sechs Prozent. Die Privatbank Berenberg hatte zuvor aus Bewertungsgründen ihr Investment-Rating für den IT-Dienstleister von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft und sieht wenig Spielraum für Kurssteigerungen.

Dividenden: Die folgenden Dokumente werden diesen Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Brenntag (70,68 Euro Schlusskurs am Donnerstag, 1,45 Euro Dividende), DWS Gruppe 31,24 Euro, 2,00 Euro), Instone Real Estate (13,06 Euro, 0,62 Euro), Traton (16,96 Euro, 0,50 Euro)

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