Parlament: TOP im Nationalrat am 14. Juni 2022

Der knappe Tag, E-Sport, Spekulationen mit betreutem Wohnen, Kronenregelungen in der Außenpolitik

Wien (PK) – Der Nationalrat wird am ersten Tag seiner Sitzungen im Juni per Ministerialerlass über die großzügigsten Entschädigungen für Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten bis Ende 2022 und eine besondere Möglichkeit der Kronenbefreiung für Schwangere beraten. Im Bereich Sport gibt es einen Bericht über E-Sport und Kronenhilfe aus dem NPO-Förderfonds. Auch Verfahrenserleichterungen bei Familienhilfeanträgen sollten diskutiert werden.

Darüber hinaus könnten die Abgeordneten auch über eine Novellierung des Gemeinnützigkeitswohnungsgesetzes diskutieren, um unter anderem Spekulationen mit geförderten Wohnungen zu unterbinden, sowie eine Ausweitung der Crown-Regelungen auf den Auslandssektor. Allerdings müssen die Baukommission und die Innenkommission dafür noch grünes Licht geben.

Vor Beginn der Nationalratssitzung am Dienstag wird der Parlamentspräsident der Ukraine, Ruslan Stefantschuk, ab 9.05 Uhr ins Parlament geladen und im Sitzungssaal des Nationalrats eine Rede halten aus einem parlamentarischen Akt.

Aktuelle Uhrzeit

Das Plenum beginnt um 10.15 Uhr mit einer Tageszeit, zu der NEOS über eine sofortige Abschaffung der Erkältungsprogression diskutieren will.

Aktuelle Uhrzeit in Europa

Die folgende aktuelle Europäische Stunde befasst sich mit der Autonomie Südtirols als Beispiel für die friedliche Lösung von Konflikten in Europa.

Verfahrenserleichterungen bei Anträgen auf Erhöhung der Familienbeihilfe

Konsens herrscht unter den Fraktionen über die geplante Verfahrensvereinfachung bei der Beantragung einer Erhöhung der Familienbeihilfe für Menschen mit Behinderungen. Derzeit müssen Minderjährige mit einem Behindertenausweis eine zusätzliche Bescheinigung des Sozialministeriums vorlegen, um die erweiterte Familienbeihilfe zu erhalten, obwohl die Voraussetzungen für den Anspruch auf die erweiterte Familienbeihilfe und für den Behindertenausweis identisch sind. In Zukunft soll es einige Vereinfachungen geben. Allerdings äußerten SPÖ und FPÖ gegenüber dem Ausschuss ihr Unverständnis, dass die Regierungsparteien keine Gesetzesänderung, sondern nur einen Entschließungsantrag eingebracht hätten.

Mehr finanzielle Mittel für die Ferienbetreuung

Gerade außerhalb Wiens gibt es laut SPÖ zu wenige bezahlbare Ferienbetreuungsangebote für schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Dies stelle viele Familien in den Sommerferien vor große organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen, insbesondere wenn beide Elternteile berufstätig seien, betonen die Sozialdemokraten. Die SPÖ plädiert daher dafür, den Ländern und Kommunen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um das bestehende Angebot auszubauen. Der Antrag fand im Familienausschuss jedoch keine Mehrheit.

Crown Grants für gemeinnützige Vereine und Organisationen

Auf Wunsch von NEOS wurde der von Vizekanzler Werner Kogler vorgelegte Bericht über die bisher gewährten Kronenhilfen an gemeinnützige Organisationen auf die Tagesordnung gesetzt. Bis Ende April 2022 hatte der OSN-Unterstützungsfonds dem Bericht zufolge Auszahlungen in Höhe von 725 Millionen Euro getätigt. Die Mittel wurden an 23.195 Vereine und gemeinnützige Organisationen vergeben, die durchschnittliche Fördersumme betrug 31.260 €. Spitzenreiter ist der Sportbereich mit 152,61 Millionen Euro (21 % der Auszahlungssumme), gefolgt von den Bereichen Gesundheit, Pflege, Soziales (17,4 %), Kunst und Kultur (14,6 %), Bildung und Wissenschaft (14). , 3 %) und Religion und Kirche (13,3 %).

Der NPO-Fonds wurde geschaffen, um gemeinnützige Organisationen zu unterstützen, die durch die Corona-Krise wirtschaftlich geschädigt wurden. Daher können nicht nur Vereine in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, sondern auch kirchliche Organisationen und Freiwillige Feuerwehren Zuschüsse aus diesem Topf erhalten. Zweck der Förderung ist es, sicherzustellen, dass Vereine und Organisationen ihre Leistungen weiterhin erbringen können.

Der Bericht wurde zuvor in der Sportkommission diskutiert. Angesichts der aktuellen öffentlichen Diskussion ist jedoch zu hoffen, dass sich die Debatte im Plenum vor allem um die Verwendung der Mittel des als Verein organisierten Oberösterreichischen Seniorenbundes drehen wird.

Kronenregeln für den Sportbereich

Das Plenum wird aller Voraussicht nach einen Entschließungsantrag der FPÖ ablehnen, der jegliche Einschränkungen der Krone im Sportbereich beenden will. Der Sport müsse auch im kommenden Herbst und Winter uneingeschränkt aufrecht erhalten werden, ebenso der Besuch von Sportwettkämpfen, fordert die FPÖ und wendet sich in diesem Sinne gegen die 2G- oder 3G-Regelungen für Sportler, Zuschauer, Funktionäre und Betreuer: Innen. Auch solle niemand zur Impfung gezwungen werden, auch eine Maskenpflicht für österreichische Sportvereine und -verbände lehnt er ab. Dem Antrag wurde jedoch vom Sportausschuss über die eigene Fraktion hinaus nicht zugestimmt.

Sportbericht

Das Thema E-Sport, also der sportliche Wettkampf mit Videospielen, gewinnt in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Deshalb setzte Sportminister Werner Kogler eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen für E-Sport in Österreich ein, deren Ergebnisse dem Nationalrat vorgelegt wurden.

Der Arbeitskreis weist in seinem Bericht auf viele offene Punkte hin, etwa die Anerkennung von Profisportlern, das generelle Arbeitsverbot von 20 bis 6 Uhr morgens und die Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen. Er empfiehlt auch, das Thema auf der politischen Bühne zur Sprache zu bringen, beispielsweise in Form eines interministeriellen Gremiums. Schließlich ist E-Sport geeignet, die kognitiven und motorischen Fähigkeiten sowie soziale Kontakte zu fördern, wenn bestimmte gesundheitsfördernde und suchtpräventive Maßnahmen eingehalten werden. Beispiele sind die Unterbrechung der Sitzzeit bei Wettkämpfen, die Vorgabe regelmäßiger Bewegungs- und Trainingssporteinheiten sowie ein nationaler Ernährungsaktionsplan.

Die Arbeitsgruppe weist darauf hin, dass auch die politische Einbindung des E-Sports besser gefördert werden könnte, etwa durch Jugendprojekte. Auch das bereits ausgearbeitete Jugendschutzgesetz könnte durch eine Schlüsselverordnung gestärkt werden. Dem Bericht zufolge spielen 5,2 Millionen Menschen in Österreich Videospiele, 1,3 Millionen von ihnen messen sich in E-Sport-Wettkämpfen.

Zur Gleichstellung des E-Sports mit dem klassischen Sport gab es im Sportausschuss unterschiedliche Auffassungen. Vizepräsident und Sportminister Werner Kogler hält die Einbindung von E-Sport in den Sport für teilweise sinnvoll.

Höhere kurzfristige Vergütung

Mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen schickte der Gesundheitsausschuss einen Koalitionsantrag ins Plenum, der Betrieben mit saisonal bedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten vorübergehend höhere Zuschüsse zum Arbeitstag ermöglichen würde. Ab Ende Dezember 2022 müssen diese Unternehmen höhere Subventionen erhalten, als dies allgemein gesetzlich vorgesehen ist. Konkret soll wie in Phase 5 des Corona-Kurzstipendiums die Höhe des Stipendiums um 15 % geringer sein als das aufgrund von COVID-19 ursprünglich gewährte Kurzstipendium. Die Verordnungsbefugnis des Arbeitsministers wird dahingehend erweitert, dass er nun auch die Höchstgrenze der Teilzeitbeschäftigung von 1 Milliarde Euro für die Jahre 2020 bis 2022 an besondere wirtschaftliche Schwierigkeiten anpassen kann. Bisher galt dies nur für das COVID-19-Krisenmanagement. Eine Änderung, die ÖVP und Grüne dem Ausschuss vorschlugen, diente lediglich dazu, einen redaktionellen Fehler zu korrigieren.

Besondere Kronenbefreiungen für Schwangere

Mit einer vom ÖVP-, Grünen- und FPÖ-Ausschuss beschlossenen Novelle des Mutterschutzgesetzes wird die Arbeitsministerin künftig ermächtigt, die Sonderfreistellung von Schwangeren im Zusammenhang mit der Krone per Verordnung zu regeln. Nach Angaben des Gesundheitsministers soll dieser ab dem 1. Juli 2022 eine Verordnung erlassen können, für welchen Zeitraum und unter welchen Voraussetzungen Schwangere nach der 14. Schwangerschaftswoche von der Arbeit freigestellt werden können. Damit soll schneller auf neue Varianten des Kronenvirus reagiert werden können. Die Ermächtigung der Verordnung gilt bis Ende Dezember 2022.

Änderung des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes

Wenn die Baukommission ihre Beratungen abgeschlossen hat, wird auch eine Novelle des Gemeinnützigen Wohnungsgesetzes im Plenum sein. Die entsprechende Umsetzung durch die Regierungsfraktionen sieht Verbesserungen bei der Überprüfung von gemeinnützigen Bauvereinigungen und Maßnahmen gegen Wohnungsspekulation vor. Dies geschehe unter anderem im Rahmen des Rechnungshofberichts zum Wohnungsbau in Wien, heißt es im Antrag. Die Vorgaben etwa beim Verkauf und der anschließenden Vermietung von Immobilien sollen dazu beitragen, den gemeinnützigen Einsatz von Vermögen und Bewohnern im Hinblick auf effizienten und bezahlbaren Wohnraum zu schützen und Spekulationen vorzubeugen.

So soll beispielsweise die Pflicht zur Offenlegung bestehender Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Führungskräften, insbesondere zwischen den jeweiligen Mitgliedern des Aufsichtsrats, des Vorstands und der Geschäftsführung, ausdrücklich verankert werden. Auch besteht eine Pflicht zur Offenlegung bestehender Betreuungen und betreuungsähnlicher Beziehungen gegenüber Wirtschaftsprüfern und der Aufsichtsbehörde. Im Bereich „Paketverkauf“ wird klargestellt, dass der Verkauf keiner Genehmigung der Kontrollbehörde bedarf …

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