Am Dienstag mussten im Kleinwalsertal 99 Schüler und acht Lehrer aus der Bergangst gerettet werden. Die Gruppe im rheinland-pfälzischen Raum Ludwigshafen hatte eine Wanderroute gewählt, die der Alpenverein als anspruchsvoll einstuft, die ein Buchautor und Internetwanderer in seinem Fazit aber als „tolle Tour nach der Arbeit“ bezeichnet.
Die Polizei hat keine Anzeige gegen den Tourautor erstattet
Nun widerspricht die Vorarlberger Polizei einem Bericht der Allgäuer Zeitung: Sie habe keine Anzeige gegen den Autor der Tourist-Info erstattet. Die Einschätzung der Machbarkeit der Strecke ist sehr individuell und subjektiv. „Das eine passt gut zusammen, das andere nicht“, sagte Polizeisprecher Robert Vonach dem BR.
Der Vorfall wird von der Staatsanwaltschaft untersucht
Das zuständige Landespolizeipräsidium Vorarlberg in Bregenz hat Anzeige gegen die Lehrerinnen und Lehrer erstattet und die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Feldkirch übergeben. Dies ist in diesem Prozess normal. Die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob Lehrern Fahrlässigkeit oder gar grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist.
Polizei: Die Kosten des Einsatzes sind noch unklar
Falsch sei auch die Meldung, sagte Polizeisprecher Vonach, die Kosten für die Bergung seien der Schule bereits in Rechnung gestellt worden. Wer die Rettungsaktion bezahlen soll, entscheidet das österreichische Innenministerium. Vonach schätzt die Kosten auf einen fünfstelligen Betrag. Polizeihubschrauber drehten 36 Mal, abgerechnet nach Flugminuten. Es wurde noch keine Rechnung ausgestellt. „Das kann Wochen dauern“, erklärt Vonach.
Über mögliche Kosten ist der betroffenen Schule noch nichts bekannt
Der Direktor des Maxdorf-Instituts, Martin Storck, hatte der Deutschen Presse-Agentur (DPA) mitgeteilt, dass die Ermittlungen noch andauern. Wer die möglichen Kosten tragen muss, kann er derzeit nicht sagen.
Laut dpa hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) noch keine Kostenaufstellung abgegeben. „Nach Erhalt dieser Rechnung werden der Grund und die Höhe geprüft“, erklärt die Schulaufsicht.
Land Rheinland-Pfalz will Betroffene „nicht allein lassen“
Laut SWR hat die rheinland-pfälzische Kultusministerin Stefanie Hubig (SPD) angekündigt, der Schule helfen zu wollen. Dementsprechend sagte Hubig: „Zunächst einmal sind wir erleichtert, dass Schüler und Lehrer offensichtlich ohne ernsthafte Verletzungen aus ihrer misslichen Lage entlassen werden können.“ Es sei eine schwierige Situation, deshalb “werden wir die Betroffenen mit den möglichen Folgen dieses Vorfalls nicht allein lassen.”
Darüber hinaus leistet die Schulaufsichtsbehörde im Bedarfsfall die notwendige Unterstützung. „Außerdem steht Schülern, Eltern und Lehrern natürlich unser schulpsychologischer Dienst zur Verfügung“, sagt er.