Der neue Postamtspräsident Levrat stellt die Bargeldanforderungen in Postämtern in Frage

Der Präsident der Post, Levrat, rüttelt an der Tradition

Levrat rüttelt an der Bargeldannahme bei der Post

Christian Levrat, seit einem halben Jahr bester Postbote, stellt die Verpflichtung jeder Postfiliale zur Annahme von Bareinzahlungen in Frage. Die Post muss in Zukunft wieder wachsen.

Gepostet: 23:39 Uhr

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Aktualisiert: 11:48 Uhr

Nach Jahren des “Gesundheitsschrumpfens” soll die Schweizerische Post wieder wachsen und der Service public weiterentwickelt werden. Christian Levrat (51), seit sechs Monaten Präsident des Verwaltungsrats der Schweizerischen Post, erläutert im Interview mit CH Media seine Vorstellungen von der Zukunft der Schweizerischen Post.

Insgesamt investiert die Post in den nächsten Jahren rund 3 Milliarden. Bis 2030 werden mindestens sechs neue Paketzentren benötigt. Das Paketvolumen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Diskussion über Bargeld benötigt

Allerdings stellt der ehemalige SP-Chef die Verpflichtung der Poststellen zur Annahme von Bargeld in Frage. “Wir brauchen eine allgemeine Diskussion über den Grundversorgungsauftrag im Zahlungsverkehr.” Schließlich bezahlen immer weniger Menschen ihre Rechnungen bar bei der Post.

Levrat reagierte ausweichend darauf, ob die Pflicht aus seiner Sicht abgeschafft werden solle: Das solle von der Politik entschieden werden, es brauche eine globale Einschätzung des Parlaments. „Die Schweiz hat eine sehr emotionale Beziehung zu Bargeld“, sagte er. Der Umstieg auf digitale Lösungen ist hierzulande schwieriger als anderswo.

Diskutiert werden muss auch die Aufhebung des Kreditverbots.

Umstrittene Wahl

Die Wahl von Levrat zum Chefpostboten hatte für Aufsehen gesorgt. Denn dass ausgerechnet SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga (62) eine Parteigenossin mitbrachte, galt vielen als Arbeitsfalle.

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