Kiew: Kontrolle der Chemiefabrik in Sievjerodonetsk

Die Ukraine sagt, sie behalte die Kontrolle über die Azot-Chemiefabrik in der gestürmten Stadt Siewerodonezk in der Ostukraine, wo Hunderte von Zivilisten inmitten heftiger Kämpfe Zuflucht gesucht haben. Das teilte der Gouverneur der Region, Serhiy Gajdaj, mit. In mehreren Bunkern unter dem Azot-Werk haben sich nach ukrainischen Angaben etwa 800 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter etwa 200 Beschäftigte des Werks und 600 Einwohner der Industriestadt.

Ab heute, 9.08 Uhr online

Valentin Simettinger (Text), Christian Öser (Bild), Birgit Samer (Video), Anna Schandl (Redaktion), alle ORF.at/Agenten

In jüngerer Zeit verursachte der russische Bombenanschlag auf die Chemiefabrik laut dem Gouverneur der Region Luhansk einen Großbrand. Aus der Anlage seien zuvor tonnenweise Öl ausgetreten, beschrieb Gajdaj im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ob das Feuer bereits gelöscht war, war unklar. Die heftigen Kämpfe in Siewerodonezk gingen unvermindert weiter.

Scholz soll eine Reise nach Kiew einplanen

Bundeskanzler Olaf Scholz plant einem Medienbericht zufolge im Vorfeld des G-7-Gipfels Ende Juni eine Reise nach Kiew. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Ministerpräsident Mario Draghi werden anwesend sein, berichtete die Bild am Sonntag am Samstag unter Berufung auf französische und ukrainische Regierungskreise.

Ein Sprecher der Bundesregierung äußerte sich am Abend nicht zu dem Bericht. Die einzige Antwort aus dem Elysee-Palast in Paris war: “Nein, wir bestätigen diese Information nicht.” Seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar sind zahlreiche Staats- und Regierungschefs in die Ukraine gereist.

Wird die Ukraine EU-Kandidat?

Erst am Samstag besuchte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum zweiten Mal die Hauptstadt der Ukraine. Dort sprach er auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Ukraine wird voraussichtlich zum EU-Kandidaten für den Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs am 23./24. Juni erklärt.

Die EU-Kommission will dazu kommende Woche eine Empfehlung abgeben, wobei eine Entscheidung über den Kandidatenstatus keine mögliche Zulassung vorsieht und nicht an eine Frist gebunden ist. Kurz nach dem EU-Gipfel treffen sich die G-7-Staaten unter dem Vorsitz von Scholz vom 26. bis 28. Juni auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen.

Debatte: Was könnte Russland zum Frieden bringen?

Russlands Angriffskrieg in der Ukraine dauert mehr als drei Monate an. Erste Friedensgespräche wurden eingefroren. Wie sollte der Westen bisher reagieren? Was sind die aktuellen Möglichkeiten der Diplomatie? Was könnte Russland zum Frieden führen?

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