Hamm: Bei einem Messerangriff ist laut Polizei ein 30-jähriger Mann getötet worden

12. Juni 2022 um 14:23 Uhr

Polizei sagt Amoktat: Eine Frau stirbt an Wunden nach einem Messerangriff auf Hamm

Polizeifahrzeuge parken am Tattag vor dem Gebäude der Hochschule Hamm-Lippstadt.
Foto: dpa / Festim Beqiri

Aufrüstung Hamm/Dortmund Nach dem Messerangriff auf eine Hochschule in Hamm überlebte eines der Opfer nicht. Eine 30-jährige Frau aus Essen erlag ihren Verletzungen. Inzwischen wurde der mutmaßliche Täter in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntagmorgen mitteilten, starb eines der Opfer am Samstag, nachdem ein 34-jähriger Mann in Hamm mit einem Messer angegriffen worden war. Essens 30-jährige Ehefrau erlag am späten Nachmittag ihren Verletzungen.

Die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) zeigte sich bestürzt über den Tod des Professors. „Das Ereignis hat uns überrascht. Es ist unverständlich, dass uns ein so geschätzter Kollege der HSHL verlässt“, teilte die Hochschule am Sonntag auf ihrer Website mit. Unsere Gedanken sind bei unseren Familienangehörigen sowie unseren direkten Klassenkameraden und Schülern.

Alle Veranstaltungen und Prüfungen auf dem Campus Hamm wurden am Montag abgesagt. Der Campus steht den Studierenden als Ort des Austauschs und der Pause offen. Der Vorstand, Notfalllehrer und Pastoren stehen für Gespräche zur Verfügung. Für eine stille Erinnerung wird ein Raum eingerichtet.

Der Verdächtige wurde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Nach einem psychiatrischen Gutachten gehen die Ermittler davon aus, dass der Student für das Verbrechen am Freitagnachmittag unfähig oder weniger verantwortlich war. Die Polizei sprach am Samstag von einer „Liebesaffäre“.

Opfer der Anschläge auf dem Campus Hamm der Hochschule Hamm-Lippstadt sind zwei Männer und ein Student, alle 22 Jahre alt. Das vierte schwer verletzte Opfer war Esens Lehrer, 30 Jahre alt.

Der mutmaßliche Täter befürchte Verfolgung und Wahnvorstellungen, sagte Staatsanwalt Henner Kruse am Samstag in Dortmund. Er verwechselte die Angreifer mit Mitgliedern einer Gruppe, die versuchte, ihn zu töten. Er hatte erst zwei Tage zuvor einen Suizidversuch unternommen und war deshalb in eine psychiatrische Klinik gegangen. Dort wurde er am Freitagnachmittag entlassen.

Der Verdächtige soll die Studenten nacheinander in der Uni-Lobby niedergestochen haben. In einem Konferenzraum, in dem vor mehr als 100 Personen eine Konferenz abgehalten wurde, griff der Deutsche daraufhin den 30-Jährigen an. Er wurde von den Beteiligten der Tat überwältigt und wenig später von der Polizei festgenommen. Ziegler drückte seinen Respekt vor den Menschen aus, die den Mann dominierten: Er sei sehr, sehr mutig. Sie hätten sicherlich viele weitere Opfer vermieden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei allen vier um Unfallopfer handelte. Die Mordwaffe, zwei Küchenmesser, hatte der Mann kurz vor der Tat gekauft. „Er ist in die Fachhochschule eingetreten, um die Leute zu töten, die ihn umbringen wollten“, erläuterte Kruse die mögliche Perspektive des mutmaßlichen Täters. Es gibt keine Hinweise auf einen politischen oder religiösen Hintergrund der Tat. Ermittlungen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Der Mann gestand die Tat.

Das erste Opfer, ein 22-jähriger Mann, soll von dem Mann in der Lobby plötzlich angegriffen worden sein. Er erlitt Platzwunden an einer Wange. Dann verletzte er einen Schüler am Hals. Dann stach er einer Frau mehrmals in den Bauch. Nach einer Notoperation bestand am Samstag keine Lebensgefahr mehr. Der 22-Jährige lag jedoch noch auf der Intensivstation. Im Klassenzimmer, in dem gerade eine Vorlesung gehalten wurde, griff er dann den 30-Jährigen an. Er habe schwere innere Verletzungen erlitten, sagte Kruse. Ein Hubschrauber brachte sie in eine Klinik. Die Ärzte hatten jedoch die Hoffnung aufgegeben.

Der mutmaßliche Täter war nicht vorbestraft, aber der Polizei Hamm bekannt. Er habe Anfang April Anzeige erstattet, weil er sich verfolgt fühle, sagte Hamms Polizeipräsident Thomas Kubera. Damals ging er sehr offen mit seiner psychischen Erkrankung um. Dann gab es auch noch eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung. Eine Eigen- und Fremdgefährdung wurde dann ausgeschlossen.

Die Hochschule hat am Montag alle Lehrveranstaltungen und Prüfungen auf dem Campus Hamm abgesagt. „Nach den schrecklichen Ereignissen können und wollen wir am Montag nicht einfach den gewohnten Betrieb fortsetzen, sondern kurz pausieren“, heißt es auf der Website der Universität.

(Hochladen / AFP)

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