Ein Reisender verglich die Situation mit einem Zoo. Andere teilten Long-Tail-Fotos beim Check-in und bei der Sicherheitskontrolle. „Es gibt nirgendwo Platz zum Sitzen“, twitterte ein Passagier. Mindestens 20 Flüge zu beliebten Urlaubszielen wie den Balearen sollen in den frühen Morgenstunden vom Regionalflughafen abheben.
In Bristol kommt es wie an vielen anderen britischen Flughäfen seit Wochen zu erheblichen Verzögerungen. Hauptgrund ist der eklatante Personalmangel. Viele Flughäfen hatten wegen der inzwischen ausgestorbenen Corona-Pandemie Stellen abgebaut. Aktuell werden in Bristol 150 Mitarbeiter gesucht. Der Abgeordnete Darren Jones, der die Stadt im britischen Parlament vertritt, forderte die Kommunikation der Themen.
Auch bei Easyjet gab es am Freitagmorgen Warnstreiks in Berlin. Infolgedessen mussten in der deutschen Hauptstadt insgesamt 20 Flüge zu verschiedenen europäischen Zielen gestrichen werden. Grund für die Streiks waren Forderungen nach höheren Löhnen. „Exorbitant gestiegene Preise und die große Zuladung an Bord aufgrund der chaotischen Wiederanlaufphase der gesamten Branche zeigen, dass unsere Forderungen mehr als gerechtfertigt sind“, sagte ein Sprecher der deutschen Flugbesatzungsgewerkschaft Verdi.
Der Personalmangel in der Luftfahrtindustrie ist auch in der Schweiz in aller Munde. Die Schweizer Fluggesellschaft strich vor wenigen Tagen erneut Hunderte Flüge wegen fehlender Kabinenbesatzung, nachdem bereits im April erste Streichungen angekündigt worden waren. Rund 10.000 Passagiere sind von Flugausfällen betroffen.
Doch nicht nur in Flugzeugen, auch am Boden und in der europäischen Flugsicherung herrscht Personalmangel. Swissport, die für verschiedene Fluggesellschaften die Bodenassistenz übernimmt – zum Beispiel Check-in, Erfrischungen, Gepäckabfertigung etc. – leidet unter Personalmangel.
„Fluggesellschaften, Flughäfen und landgestützte Dienstleister auf der ganzen Welt stehen vor der Herausforderung, ihre Belegschaft, die während der Krise zwangsläufig massenhaft abgebaut wurde, so schnell wie möglich aufzustocken“, sagte eine Swissport-Sprecherin der Nachrichtenagentur AWP. Allerdings sei es schwierig, schnell das richtige Personal zu finden und zu schulen, fuhr er fort.
Seit Dezember beschäftige man sich mit «der grössten Stellenschaffung in der Geschichte von Swissport in der Schweiz». Bis heute wurden 850 neue Mitarbeiter eingestellt, ausgebildet und eingestellt. In Basel, Genf und Zürich gibt es derzeit genügend Personal, um die ausgeschriebenen Flüge abzudecken. „Wir rechnen jedoch mit längeren Wartezeiten für Passagiere zu Flugspitzen in der Hauptreisezeit im Sommer“, sagte die Sprecherin.
Weltweit habe Swissport Personalmangel in Grossbritannien, den USA, den Niederlanden und Deutschland, sagte er.
(SDA)