Stand: 12.06.2022 15:19
Beim Großen Preis von Aserbaidschan feierte Red Bull einen Doppelsieg, während Ferrari einen schwarzen Nachmittag erlebte.
Ein Ferrari-Fiasko in Baku ebnete Max Verstappen den Weg zu seinem fünften Saisonsieg in der Formel 1. Der Weltmeister baute seine Führung beim Großen Preis von Aserbaidschan aus, nachdem Ferrari-Pilot Charles Leclerc wegen eines Motorschadens aufgeben musste. Carlos Sainz im zweiten Ferrari kam wegen eines frühen Defekts nicht ins Ziel
Zweitens machte Sergio Perez den dritten Doppelsieg von Red Bull in diesem Jahr perfekt. Ihnen folgte das Mercedes-Duett George Russell und Lewis Hamilton.
„Heute war fantastisch, wir hatten eine gute Pace und konnten unsere Führung weiter ausbauen“, sagte Verstappen. “Wir haben auch mit den Ausfällen Glück gehabt, aber es kann sich jederzeit wieder alles ändern.”
Leclerc enttäuscht
“Es tut weh. Wir müssen darauf schauen, um daraus zu lernen. Es ist total enttäuschend”, sagte Leclerc nach dem nächsten Rückschlag im Titelrennen. Ein Fahrfehler in Imola, ein Motorschaden in Barcelona und ein Strategiefehler in Monaco hatten zuletzt viele Punkte gekostet. In der Gesamtwertung fiel Leclerc auf den dritten Platz zurück und liegt nun 34 Punkte hinter Verstappen.
Verstappen hingegen baute seinen Vorsprung mit einem Schub höher auf 150 Punkte aus als seinen 25. Sieg seiner Karriere. Sein Teamkollege Pérez liegt nun mit 21 Punkten Rückstand auf Rang zwei.
Sainz musste sich zunächst ergeben
Zum vierten Mal in Folge hatte Leclerc seinen Ferrari auf Platz eins platziert. Doch seine Pole-Positions hatten ihm am Ende kein Glück gebracht. Weder in Miami noch in Barcelona oder Monaco konnte er den anfänglichen Vorsprung in einen Sieg verwandeln. Und diesmal verschwand die Führung schnell. Pérez schlug Leclerc vor der ersten Kurve.
Auch Verstappen startete gut, konnte seinen Ferrari-Rivalen aber nicht mehr schlagen. So war es in den ersten Runden. Verstappen tauchte mehrmals im Rückspiegel von Leclerc auf, während Perez ein kleines Kissen vor sich hin bekam.
Sainz sorgte dann für die ersten Turbulenzen. Der Spanier, Vierter, kam plötzlich in seinem Ferrari heraus. Diagnose: Hydraulikschaden. Das virtuelle Sicherheitsauto bremste das Feld für Reinigungsarbeiten kurzzeitig ab. Leclerc und einige andere Fahrer nutzten dies für einen Boxenstopp.
Kommendes Drama für die Scuderia
Stattdessen blieben beide Red Bulls auf der Strecke. Verstappen ließ Pérez passieren, ohne zu kämpfen, um nicht zu viel Zeit gegen Leclerc zu verlieren, der mit frischen Reifen vorrückte. Als die beiden Red-Bull-Fahrer die Box betraten, übernahm der Ferrari-Pilot die Führung.
Das folgende Drama für die Escuderia folgte wenig später: Wie schon in Barcelona qualmte Leclercs Motor. Verzweifelt funkte der 24-Jährige in Runde 20 an die Box: „Die Kraft ist weg.“ Leclerc kroch im Schneckentempo zurück in die Boxengasse. Der Weg war frei für den nächsten Doppelschlag von Red Bull.
Vettel verfehlt das Ziel
Der achte Saisonlauf war Schwerstarbeit für Routinier Vettel. Von Startplatz neun nach einem guten Qualifying ging es nach oben, als er bei einem Überholmanöver die Kurve verfehlte. Aber Vettel kämpfte weiter und nutzte eine gewagte Taktik mit nur einem frühen Stopp. Das hat sich am Ende ausgezahlt. Vettel erzielte mit einem starken sechsten Platz im Aston Martin sein bisher bestes Ergebnis.
Für Mick Schumacher war der Arbeitstag erneut frustrierend. Als Letzter nach dem Qualifying hoffte der 23-Jährige, endlich seine ersten Punkte in der Meisterschaft zu holen. Er fuhr jedoch chancenlos ans Ende des Feldes zurück.