Gewessler bleibt wegen Klimaschutzgesetz und Gasnotfallplan im Streik

12.06.2022 17:34 (Akt. 12.06.2022 17:34)

Der Ausbau von Windparks muss beschleunigt werden, indem die Befugnisse der Bundesländer zurückgefahren werden © APA

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) streikte in der heutigen „ORF-Pressestunde“ zum noch ausstehenden Nachfahrplan für Klimaschutzgesetz und Gasnotfallpläne.

Gewessler will die Befugnisse der Staaten zum Ausbau der Windenergie einschränken, die nur sehr langsam nach Westen vordringt, und will morgen weitere Details vorstellen. Bundesweite Alleingänge beim Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor schließt er aus, aber Autokäufern vertraut er.

Bei Windkanten kein Vertrauen in die Bundesländer

Etwas weniger setzt Gewessler auf die Bundesländer und deren Schnelligkeit beim Ausbau von Windparks, von denen es in Salzburg, Tirol und Vorarlberg keine Anlagen gibt. Deshalb wird er morgen einen Plan vorlegen, der die Befugnisse der Bundesländer im Genehmigungsverfahren einschränken soll. “Ja, Windmühle, aber nicht für mich, ich verstehe es nicht”, sagte Gewessler am Sonntag.

Bezüglich des 527-Tage-Klimaschutzgesetzes betonte der Minister die Komplexität des Themas. Gewessler arbeitete mit “Hochdruck”, ein Enddatum nannte er nicht.

Gas-Notfallplan: „Brot vor Stahl“

Im Fall des von der Wirtschaft massiv geforderten Notfallplans, falls russisches Gas ausbleibt, verwies er auf das Vorgehen: Zunächst werde die Lage anhand von fünf Kriterien bewertet. Dann wird entschieden, welche Reaktion erforderlich ist, und wenn Energiekontrolle notwendig ist, wird entschieden, mit welcher Kraft eingegriffen werden soll. Dafür gibt es fünf Kriterien, aber die Grundregel lautet „Brot vor Stahl“. Es sei auch “logisch”, bei großen Verbrauchern in der Branche einzugreifen.

Der Minister bestritt, dass ein schneller Ausstieg aus der russischen Gasabhängigkeit eine “politische Lüge” sei, wie WKÖ-Chef Harald Mahrer kürzlich sagte: “Natürlich nicht.” Aber Sie können sehen, was es bedeutet, ein “Kreml-Despot” zu sein. „Die Alternative ist, weiter zu zittern“, sagte er. Klar ist aber, dass Österreich bis 2030 noch Erdgas braucht.

Kein Verbot von Verbrennungsmotoren vor 2035

Mit Blick auf das von der EU geplante Verbot von Verbrennungsmotoren für Autos ab 2035 sieht Gewessler keinen großen Sinn darin, in Österreich schneller auf eine rechtsverbindliche Ebene zu kommen. Autozulassungen würden schließlich auf EU-Ebene erfolgen. Die stark gestiegenen Zulassungszahlen von Elektroautos würden es aber ohnehin ermöglichen, vor dem Verbrenner auszusteigen. Auf jeden Fall sollen Diesel- und Benziner nach 2035 weiterfahren, wenn sie zugelassen werden.

Zu den überfüllten Zügen bei den ÖBB sagte Gewessler gegenüber der “ORF-Pressestunde”, dass keine Reservierung erforderlich sei. Die Bundesbahnen haben bereits “umfassend reagiert” und zur Hauptverkehrszeit “Verstärkungszüge” eingesetzt. Zur Hauptverkehrszeit „führt alles, was man fahren kann“, erklärte der Minister für Verkehr, Klima und Energie.

NEOS: „Kein Mut zur Erneuerung“

Nach “Pressezeit” sagten die NEOS in Richtung Gewessler: Die Klimakrise hat keine Pause, das scheint der Klimaschutzminister zu tun. „Es reicht nicht, die ÖVP als Blockierer hinzustellen. Es sind auch die Grünen, die einfach nicht den Mut haben, sich zu erneuern, beim Klimaschutz gegenzusteuern“, sagte Klimasprecher Michael Bernhard. Klare klimapolitische Ziele und Minderungspfade seien nötig, “und die sollten besser gestern als morgen auf dem Tisch liegen”.

FPÖ gegen obligatorische Windkraftanlagen

Kärntner FPÖ-Chef Erwin Angerer sagte der Ministerin: „Die Kärntner FPÖ wird die geplante Zwangsinstallation von Windrädern in Kärnten durch die Bundesregierung nicht hinnehmen. Diesen Angriff des Bundes auf unser schönes Kärnten und den Tourismus werden wir mit allen Mitteln bekämpfen und wir werden uns wehren.“ “

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