Der Klimaminister verteidigt die Verschiebung der CO2-Preise

12.06.2022 14:37 (Akt. 12.06.2022 14:40)

Klimaminister Gewessler verteidigt Verschiebung des CO2-Preises © APA / HANS KLAUS TECHT

Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat am Sonntag in der ORF-“Pressestunde” die Verschiebung der CO2-Zölle im Oktober verteidigt. Es sei „legitim“, in einem „Ausnahmejahr mit Preisschocks“ diese mit der Zahlung des Klimabonus in Einklang zu bringen. Gewessler argumentierte, die Erhöhung auf 250 Euro für alle sei eine Anti-Inflations-Maßnahme, die mit einem Klimabonus einhergehe, eine Art „Basismaßnahme gegen Inflation“.

Auf die Frage, ob sie ausschließen könne, dass sich der CO2-Preis aufgrund der anhaltenden Inflation über den Herbst hinaus verzögere, antwortete die Klimaministerin schlicht: „Der CO2-Preis kommt, er ist ein wichtiges Instrument.“ Das System läuft, aktuell geht es darum, das Timing zu harmonisieren. Weitere Details zu den laufenden Verhandlungen wollte er nicht preisgeben.

Diese würden mit „Hochdruck“ erledigt und das dritte Paket solle noch vor dem Sommer beschlossen werden. Wie groß das Volumen sein wird, wollte ich nicht verraten. Geht Gewessler mit seinem aus, muss auch im Sommer oder „so schnell wie möglich“ eine Auszahlung erfolgen. Kommt aber drauf an welches “Fahrzeug” man hat. Das Paket wird jedoch nicht nur versuchen, die Auswirkungen der Inflation zu bekämpfen, sondern auch ihre Ursachen. Daher wird auch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) dazugehören.

Zur Höhe der von Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) angekündigten Erhöhung des Energiebonus wollte er sich nicht äußern und den Verhandlungen nicht vorgreifen. Wir müssen über eine Vermögenssteuer sprechen, wie Rauch es kürzlich formulierte. “In außergewöhnlichen Zeiten muss man an die Zukunft denken”, sagt Gewessler, “es liegen viele Maßnahmen auf dem Tisch.”

Caritas-Präsident Michael Landau hat die Bundesregierung aufgefordert, dringend ein Rettungspaket zum Schutz vor Armut bereitzustellen. „Jetzt müssen wir Sozial- und Familienleistungen als Armutsbeweis erweisen, aber große Teile der Bevölkerung sind armutsgefährdet“, sagte der Caritas-Präsident.

Auch die Rettungsdienste leiden unter der Inflation. Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Johanniter und Malteser warnten am Sonntag in der „Kronen Zeitung“ vor den horrenden Treibstoffkosten, die sie auf Dauer nicht mehr tragen könnten, und forderten die Steuerbefreiung für Mineralöl.

Laut einer aktuellen Meinungsumfrage von Peter Hajek für ATVs spricht sich eine Mehrheit von 57 % dafür aus, Klimaschutzauflagen aufzuschieben, um der Inflation entgegenzuwirken. Mehr als ein Drittel der Befragten oder 36 Prozent würden dies kritisch sehen. Sieben Prozent äußerten sich nicht. 800 Personen, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, wurden befragt.

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