Von: M. TABACZYNSKI
Görlitz (Sachsen) – Die Oberbürgermeisterwahl in Königshain (1165 Einwohner, Landkreis Görlitz) sorgt für Gesprächsstoff. Bei der Wahl trat nur ein Kandidat an, ein anderer wurde gewählt!
Auf dem Stimmzettel am Sonntag stand nur der Name des parteilosen Kandidaten Peter Himmstedt (50, Computerunternehmer).
Sieger wurde jedoch Straßenmeister Maik Wobst (56, Einzel). Denn die Nachbarn in der Gemeinde haben ihren Namen auf den Stimmzettel geschrieben!
Jetzt hat der Ort ein Bürgermeisterschild. Mit 351 Stimmen erhielt der Streckenassistent im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit von 50,4 Prozent.
In Königshain hängen die Wahlplakate des knapp unterlegenen Peter Himmstedt
Foto: Picxell
Aber wie ist es passiert?
BILD hat den Wahlsieger für seinen Job gefunden: die Straßenmeisterei.
Wobst (verheiratet, Tochter): „Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Leute ins Wahllokal gehen und meinen Namen auf einen Zettel schreiben.“
Im Januar bekundete der langjährige Stadtrat Interesse am Amt des Bürgermeisters, entschied sich aber später, nicht für das Amt zu kandidieren.
„Als nur ein Kandidat zur Wahl stand, kamen immer mehr Leute zu mir und sagten: ‚Einer wäre nicht die richtige Wahl‘“, sagt Wobst. Immerhin hätten sie ihn ermutigt, den Job zu machen, und er ging in den Wahlkampf.
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Einzige Möglichkeit, gewählt zu werden: Der Königshainer musste seinen Namen auf den Stimmzettel schreiben. Bei nur einem Kandidaten ist dies in Sachsen rechtlich möglich.
Peter Himmstedt, der 48,7 Prozent (339 Stimmen) gewann, ist ein fairer Verlierer: „Es ist komisch, dass jemand so aktiv ist, obwohl er bei der Wahl nicht angetreten ist. Die Bevölkerung und ein starkes demokratisches Zeichen.“
Er will bei den Wahlen nicht kandidieren und wird in sieben Jahren erneut kandidieren.