von. – 14.06.2022 05:00 (akt. 14.06.2022 09:21)
Das Rabenhoft Theater startet wieder mit einem Stück von Stefanie Sargnagel und einer Inszenierung von Nestroy von Yasmo. © APA / HERBERT PFARRHOFER (Archivbild)
Nach einer „pandemiebedingt äußerst abwechslungsreichen Spielzeit“ ist das Rabenhoft Theater für eine Spielzeit mit Auftritten von Stefanie Sargnagel, Anna Mabo und Nestroy á la Yasmo wieder in Betrieb.
Am Rabenhof Theater soll einerseits der gewohnte Hauch von gemeinschaftsbildendem Theater geboten, andererseits ein Generationswechsel vorbereitet werden. Außerdem ist der Rabenhof bereit für ein Museum: Das Jubiläum „20 Jahre Protestsongcontest“ findet im Herbst auch im Theatermuseum statt.
Das Rabenhof Theater startet 2022/23 mit Sargnagel und Nestroy à la Yasmo
Seit 2003 steht Thomas Gratzer an der Spitze der Bühne Wien-Landstraße, die auch in Deutschland als alternatives Erfolgsmodell auf den großen etablierten Bühnen gilt. Sein aktueller Vertrag läuft noch bis 2025, sagt der 1962 geborene Schauspieler, Regisseur und Theaterregisseur, der 2020 vom Land Wien mit dem Goldenen Verdienstzeichen ausgezeichnet wurde. Wie es danach weitergeht, ist „derzeit kein Problem“. Dass der Rabenhof sein junges Publikum nicht verloren hat, beweisen nicht nur die zwei jährlichen Kinder- und Jugendtheaterproduktionen von Roman Freigaßner-Hauser (2023 werden es der nordische Donnergott Thor und das Grimmsche Märchen „Hänsel und Gretel“). . auf die Bühne gebracht), aber es wurde zum Beispiel in der “Vintage-Produktion” von Turrinis “Rozznjogd” gezeigt, die die Jungs angriffen: “Wir hatten jeden Abend Standing Ovations”, schwärmt Gratzer.
Das Rabenhof Theater soll einer neuen Generation zugänglich gemacht werden
42.343 Zuschauer in 237 Vorstellungen bescherten dem Rabenhof in der abgeschlossenen Spielzeit 2021/22 eine Auslastung von 62,21 Prozent. Angesichts der 91,43 Prozent, die 2019/20 am ersten Schlusstag der Pandemie verzeichnet wurden, gibt es keinen Grund zum Feiern: „Schließlich mussten wir in dieser Saison nur wenige wie viele Tage krankheitsbedingt absagen“. sagt Gratzer, der in diesem Jahr vor fast allen steht, habe sich persönlich beim Publikum für die Aufführung bedankt und dafür „tolles Feedback bekommen“. Nach einem sehr guten Sturz gingen die Besuche jedoch nach der Entbindung zurück. Der Krieg in der Ukraine, Inflation und Preiserhöhungswellen würden ihr Übriges tun, “was das Publikum gerade sehr bezweifelt. Ich sage immer: 50 Prozent der Neuen sind erschöpft.”
Finanziell gut aufgestellt mit Stipendien und knappen Arbeitszeiten
Finanziell ist sie dank der Kontinuität der Förderung auch bei spielfreien Zeiten und der Nutzung des Arbeitstages gut aufgestellt, um auch in der nächsten Spielzeit wieder „ein klassisches Rabenhof-Programm“ mit eigenen Produktionen anbieten zu können. sagt der Leiter des Theaters. Als erste Neuproduktion wird am 20. September eine „Bachmannpreis-Alternative“ mit dem Titel „Austria’s Writing Stars“ von Christoph Grissemann und Dirk Stermann (ebenfalls mit ihrem ersten Soloprogramm „Coupling“) aus den Autobiografien österreichischer Prominenter herausgebracht.
Im Rabenhoft Theater wird Stefanie Sargnagels „Heil“ uraufgeführt
Besonders freut sich Gratzer auf „Heil“, ein Theaterstück von Stefanie Sargnagel in der Regie von Christina Tscharyiski, in dem begleitet von der Gruppe Buntspecht auf den esoterischen Wahn hingewiesen wird. Die junge Singer-Songwriterin Anna Mabo ist ab dem 29. November mit ihrer Band „Am Sand“ dabei. „Ich weiß noch nicht, wohin die Reise gehen wird, aber eines weiß ich: Es wird definitiv kein Konzert“, sagt Gratzer über den Abend von Fabian Pfleger. Unklar ist auch, was Yasmin Hafedh alias Yasmo mit Nestroys „Chief Evening Wind“ (Premiere: 13. April 2023) machen wird, es sei denn, es wird besonderer Wert auf Feminismus und Kolonialismus gelegt. „Hier arbeitet die nächste Generation, man muss langsam anfangen, die Entlastung zu bringen“, sagt Gratzer.
Yasmin Hafedh „Yasmo“ führt Regie bei Nestroys „Chief Evening Wind“
Und alle anderen sind wieder da, von Maschek über Christian Dolezal bis zum Team der Tagespresse. Und der Wettbewerb der Rachelieder geht in seine zwanzigste Auflage und wird aus diesem Anlass ab Oktober im Rahmen der Ausstellung „Austropop – Von Mozart bis Falco“ im Theatermuseum gewürdigt. Gratzer: „Das macht mich sehr stolz.“
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