Eher Trainingsduell als Titelduell: Alba Berlin bricht den schwachen FC Bayern

Mehr Training als Titelduell bricht Alba Berlin beim schwachen FC Bayern aus

14.06.2022, 21:16

Alba Berlin kommt im BBL-Basketballfinale beeindruckend voran und gewinnt auch das zweite Spiel gegen den FC Bayern München. Mit einer vorläufigen Machtdemonstration baut der Hauptstadtklub seine Mega-Serie aus und steht kurz vor dem Titel-Hattrick.

Der deutsche Basketball-Meister Alba Berlin ist noch einen Hattrick vom Basketball-Bundesliga-Titel entfernt. Das Team von Trainer Israel Gonzalez gewann im 19. Spiel in Folge beim FC Bayern München mit 71:58 (38:26). In der Serie to the Best of Five steigerte sich der Klub aus der Hauptstadt bis auf 2:0. In einem sehr schnellen, aber oft fehleranfälligen Match im Audi Dome in München waren Maodo Lo und Jaleen Smith mit jeweils 13 Punkten für Alba und Deshaun Thomas aus München mit ebenfalls 13 Punkten die erfolgreichsten Schütze.

„Wir haben wirklich gut gespielt, aber es ist nur ein Etappensieg“, sagte Oscar da Silva aus Berlin gegenüber Magentasport. Das wichtigste Spiel ist jetzt Freitag und es wäre schön, wenn man dann den Sack zumachen könnte. „Wir wollen unsere Einheimischen behandeln“, sagte der 23-Jährige. Münchens Trainer Andrea Trinchieri hatte vor allem mit der ersten Halbzeit zu kämpfen. “Wir hatten eine sehr schlechte erste Halbzeit nach vorne. In der zweiten haben wir ein paar Dinge versucht, aber es hat definitiv nicht gereicht.” Alba hat verdient gewonnen. “Du warst besser.” Trinchieri wollte die Meisterschaft trotzdem nicht verlieren: “Nie aufhören zu kämpfen.”

Münchens Geschäftsführer Marko Pesic wollte sich von den Rängen den nötigen Schubs holen, doch ohne den verletzten Stammspieler Vladimir Lucic erwischte sein Team einen kompletten Fehlstart und geriet schnell mit 2:7 in Rückstand. Nachdem es im ersten Spiel ein Dreierfest gab, scheiterten beide Mannschaften in einer unübersichtlichen Anfangsphase mehrfach aus der Distanz. Dass Alba am Ende des ersten Viertels nur mit 18:16 in Führung gegangen war, lag an der eigenen Unkonzentriertheit in der Offensive. In den Augen des bayerischen Ehrenpräsidenten und Edelamateurs Uli Hoeneß gestikulierte Trinchieri in gewohnter Weise mit Wut.

Extrem niedrige Abfallraten

Infolgedessen blieben die Abschlussquoten der Teams schwach. Alba verteidigte intelligent, ohne Fouls zu verursachen. Der Energiespeicher der Münchner schien nach den Bemühungen der letzten Wochen erschöpft zu sein. Der Berliner Oscar da Silva erhöhte mit einer sehenswerten Verriegelung Mitte des zweiten Viertels auf 24:18. Der Trainer von Alba González war mit dem bisherigen Ergebnis sichtlich zufrieden, ordnete aber nach 70 Minuten noch einige taktische Änderungen an. Nationalspieler Maodo Lo sicherte mit einem Paukenschlag das verdiente Break zum 38:26.

Nach der Pause und einer unverblümten Ansprache von Trinchieri mühten sich die Münchner in den ersten Minuten auf Augenhöhe. Der erste Dreier von Andi Obst bei 33:44 sorgte für großes Beben in der erschöpften Arena. Doch die störrischen Berliner ließen sich nicht beeindrucken und kombinierten nach Belieben in Richtung FCB-Korb. Nach zwischenzeitlichem 17-Punkte-Vorsprung wirkte das Spiel wie ein Berliner Trainingsspiel und nicht wie ein Meisterschaftsfinale.

Angetrieben vom heimischen Publikum versuchten die Münchner im Endspurt ihre letzten Kraftreserven freizusetzen. Aber die Hypothek für das erste Quartal war zu hoch. Der letztjährige Meister der Hauptstadt nutzte den komfortablen Vorsprung über die Zeit und kann mit einem Sieg im dritten Spiel bereits Meister werden.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *