Gepostet am 15. Juni 2022, 16:37 Uhr
Nach dem tödlichen Fahrradunfall auf dem Luzernerring in Basel wurden Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geprüft. Jetzt gibt es einen, aber die Regierung zögert.
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Pro Velo beider Basel fordert sofortige Korrektur der Fehlplanung an der für Fahrräder adaptierten Kreuzung Luzernerring / Burgfelderstrasse in Basel. Im vergangenen Jahr starb an dieser Stelle ein 50-jähriger Radfahrer, nachdem er mit einem Lastwagen kollidiert war.
Pro Velo Beider-Basel
Unmittelbar nach dem tödlichen Verkehrsunfall forderte der Basler Velo-Verband sofort Verbesserungen und schrieb die zuständigen Abteilungsleiterinnen Esther Keller und Stephanie Eymann direkt an.
20 Minuten / Steve Last
Der Kanton wollte jedoch keine Sofortmassnahmen ergreifen, sondern erstellte eine externe Verkehrsmeldung. Hier sieht man unten links den Radweg. An der Kreuzung, rechts vom Bild, verschwindet es und eine Bushaltestelle folgt.
Google Maps
Die Kreuzung Luzernerring / Burgfelderstrasse und ihre mangelnde Sicherheit für Velofahrerinnen und Velofahrer wird seit langem von Pro Velo Basel kritisiert. Im April 2021 starb zu diesem Zeitpunkt ein 50-jähriger Radfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen. An der Kreuzung hat sich seitdem nichts geändert. Nun hat der Verband in einem offenen Brief an die Regierung mit entsprechender Pressemitteilung vom Montag dieser Woche die sofortige Korrektur der Fehlplanung der betreffenden Kreuzung gefordert. „Die Basler Behörden nehmen seit Jahren Unfälle in Kauf. Darüber reden wir schon seit Jahren. Nach vielen Abklärungen fordern wir Massnahmen», sagt Pro Velo-CEO Roland Chrétien aus Basel 20 Minuten entfernt.
Der Vorschlag des Verbandes für die Interessen der Radfahrer ist die „bevorzugte Option“. Dadurch entsteht eine durchgehend gerade Fahrspur für Radfahrer, Busse und Rechtshänder. Das geht in Fahrtrichtung Flughafenstraße, denn hier liegt das Problem. Nach dem Lichtsignal hört der Radweg einfach auf. Geradeausradler müssen sich auf der anderen Seite der Kreuzung mit Kraftfahrzeugen auf der gleichen Fahrspur einreihen und werden teilweise ins Abseits gedrängt. Es gab mehrere Verkehrsunfälle wie diesen. Letztes Jahr endete eine tödlich.
Hat die Regierung Angst vor Staus?
„Bereits im April 2021 haben wir sofort Verbesserungen gefordert, wie zum Beispiel einen durchgehenden Fahrradstreifen und sichere Fahrradparkplätze vor Ampeln“, sagt Chrétien. Die Regierung hätte keine sofortigen Maßnahmen ergreifen wollen, sondern zunächst eine externe Verkehrsmeldung erstellt. Diese besteht seit März 2022, und der Pro-Velo-Vorschlag beider Basler ist theoretisch möglich.
„Warum die Regierung noch wartet, ist schwer zu sagen“, sagt der Geschäftsführer von Pro Velo. Aus dem externen Gutachten ging hervor, dass sich bestehende Staus im motorisierten Verkehr verschärfen würden, sodass es zu mehr Staus und Wartezeiten kommen könnte, wenn der rechte Fahrstreifen unter anderem für Radfahrer reserviert wird.
«In der Vergangenheit gab es im Gundeli eine ähnliche Situation. Die erwartete Verkehrspanne blieb aus. Die Leute haben auch Zeit, sich an die neuen Verkehrsregeln im Luzernerring zu gewöhnen, da dort seit Corona weniger Verkehr auf den Strassen herrscht», sagte er Chrétien von Pro Velo. In seiner Pressemitteilung sagte er am Ende: „Zur Hauptverkehrszeit sollten Staus in Kauf genommen werden, das rettet Leben. Die Behörden müssen handeln, bevor es zu weiteren Unfällen kommt.“
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