„Sofort impfen lassen“: Experten sind überrascht von der Ankündigung der Affenpocken

Die Affenpocken breiten sich in Europa weiter aus, sie haben auch Österreich erreicht. Infektiologe Peter Kremsner klärt über das Virus auf.

Kremsner, der als Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Universität Tübingen arbeitet, ist einer der wenigen Ärzte in Österreich, der Patienten mit Affenpocken lebend gesehen hat. Im Gespräch mit dem Kurier klärte der Infektiologe die heimtückische Krankheit auf.

Gefahr einer neuen Pandemie

Die Bilder der letzten Wochen erinnern stark an jene vom Februar 2020: Die ersten Meldungen, dass ein bisher wenig bekanntes Virus in Europa angekommen ist, der erste Fall in Österreich und große Verunsicherung im Land. Könnten die Pocken des Affen dann zu einer neuen Pandemie werden? „Generell ist in der Medizin nichts auszuschließen“, sagt Kremsner. Dies scheint derzeit jedoch unwahrscheinlich. Dazu müsste das Virus gentechnisch verändert werden, wofür es noch keine Hinweise gibt.

Wahrscheinlichere Fälle

„Affenpocken sind sehr ansteckend, wenn man sehr engen und direkten Kontakt mit einer anderen Person hatte“, sagt der Experte. Man muss also „richtig husten“ oder Tropfen darauf spucken, um sich anzustecken. Kremsner beruhigte: „Die Übertragung ist nicht so einfach wie beim neuen Corona-Virus oder bei Grippewellen.“ Er vermutet jedoch, dass in Europa weitere Fälle auftreten werden, da die Inkubationszeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen bis zu drei Wochen betragen kann.

“Dann müssen Sie sich sofort impfen lassen”

Es gibt keinen Impfstoff gegen Affenpocken, aber der bayerische nordische menschliche Pockenimpfstoff ist in der EU zugelassen und kann laut Kramsner gegen Affenpocken verwendet werden. Die Wirksamkeit ist mit etwa 85 Prozent hoch, es gibt jedoch keine Beweise für die Wirksamkeit beim Menschen. Was denkt der allgemeine Impfarzt über die Impfung? „Im Moment gibt es keine Diskussion über eine generelle Impfung aller Menschen, die noch nicht gegen Pocken geimpft sind“, sagte er.

Aber: „Was getan werden sollte, sind die sogenannten Ring- oder Kontaktimpfungen: Jeder, der feststellt, dass er intensiven Kontakt mit einer infizierten Person hatte, sollte SOFORT GEIMPFT WERDEN!“, betont der Top-Experte.

Quarantäne? “Definitiv”

Kramsner plädiert für eine Quarantäne von Affenpocken-Infizierten. Es sollte kein Kontakt zu Menschen und möglichst nicht zu Tieren bestehen. „Auf jeden Fall muss verhindert werden, dass sich das Virus auf die Nagerpopulation in Europa ausbreitet und dort ein Tierreservoir etabliert. Denn das würde bedeuten, dass es auch in Europa immer wieder zu kleinen Ausbrüchen kommen kann und wir das unbedingt tun sollten. Vermeiden.“ der Fall”, erklärt der Infektiologe. Sie bleibe ansteckend, bis der Schorf abgefallen sei, „daher sollte eine Quarantäne mindestens drei Wochen dauern.“

Nav-Comptenico Time26.05.2022, 15:55 | Akt: 26.05.2022, 15:55

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