Aktualisiert am 15.06.2022 um 19:02 Uhr
- Nach langem Zögern versprach Deutschland, der Ukraine schwere Waffen zu liefern.
- Worum es konkret geht und warum die Auslieferung so schleppend vorangeht.
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Deutschland hat seit der russischen Invasion Tausende von tragbaren Panzerabwehr- und Flugabwehrwaffen und Millionen von Munitionspatronen an die Ukraine geliefert. Bei schweren Waffen zögerte die Bundesregierung lange. Die ersten Einsätze erfolgten nur zwei Monate nach Kriegsbeginn, aber bisher wurde noch nichts in das Kriegsgebiet geliefert. Was Deutschland in der Ukraine versprochen hat und warum die Lieferung so lange dauert:
Flugabwehrpanzer Cheetah
Ende April gab die Bundesregierung grünes Licht für die branchenweite Auslieferung von 30 außer Dienst gestellten Gepard-Flugabwehrpanzern. Sie stammen von der Rüstungsfirma Krauss-Maffei Wegmann (KMW), müssen aber repariert werden. Laut Bundesverteidigungsministerium sollen die ersten 15 Exemplare Mitte Juli in die Ukraine gehen, die restlichen 15 bis Ende August.
Die Industrie in Deutschland soll ukrainische Soldaten ausbilden. Das Problem ist die Munition. Anfangs gab es nur etwa 59.000 vorbereitete Schüsse, was aufgrund der hohen Feuerrate der Flugabwehrgeschütze oft als unzureichend kritisiert wurde.
Panzerhaubitze 2000
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte Anfang Mai zudem den Verkauf von sieben Selbstfahrlafetten aus dem Jahr 2000 aus Bundeswehr-Aktien angekündigt. Am 11. Mai begann in Deutschland die Ausbildung ukrainischer Soldaten mit Granaten, die auf einem Panzerfahrgestell montiert waren. Es sollte in Kürze nach etwa 40 Tagen abgeschlossen sein, dies wäre nächste Woche. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen auch Granaten zur Verfügung stehen.
Luftverteidigungssystem Iris-T-SLM
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am 1. Juni den Einsatz des hochmodernen Flugabwehrsystems Iris-T SLM angekündigt. Ihm zufolge könne er “eine ganze Stadt vor russischen Luftangriffen schützen”. Laut Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wird es wohl erst in wenigen Monaten verfügbar sein. Offenbar handelte es sich dabei um Mannschaften, die ursprünglich nach Ägypten gehen sollten.
Cobra-Tracking-Radar
Scholz kündigte zudem die Auslieferung des modernen Cobra-Ortungsradars zum 1. Juni an. Es kann verwendet werden, um feindliche Artilleriestellungen zu erkennen. Mit Blick auf Iris-T und Cobra sagte Scholz am Montag, diese hochmodernen Waffensysteme seien weltweit gefragt. Die Bundesregierung müsse zunächst Länder überzeugen, die längst bestellt seien, „dass sie bereit sind, aufzugeben“.
Mehrfachraketenwerfer Mars II
Deutschland will außerdem vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II in die Ukraine liefern. Die Reichweite beträgt laut Bundeswehr je nach Munition bis zu 84 Kilometer. Die Raketenwerfer sollen aus Einsätzen der Bundeswehr stammen und laut Regierungsangaben möglichst bis Ende Juni verfügbar sein. Daher sollten die USA die Ausbildung am Waffensystem übernehmen.
Austausch von Panzerringen durch NATO-Partner
Seit April setzt die Bundesregierung auch auf indirekte Panzerlieferungen über die Nato-Ostpartner. Länder wie Slowenien, Tschechien, Polen und Griechenland mussten Waffen aus der Sowjetzeit an die Ukraine abgeben und modernen Ersatz aus Deutschland erhalten. Über einen bereits vollzogenen Ringtausch gibt es allerdings keine Informationen. (AFP / Teer)