Das Motiv für die mutmaßliche Tat war zunächst unklar. Regionale Medien spekulierten, dass Phillips und Pereira im Auftrag von Drogenhändlern überfallen worden sein könnten. Ein weiterer Forschungszweig untersucht den Zusammenhang zwischen illegalem Fischfang und Jagd.
Laut einer regionalen Organisation der Aborigines kamen Phillips und Pereira am 5. Juni nicht wie geplant mit dem Boot in der Stadt Atalaia do Norte an. Pereira hatte zuvor der Polizei gemeldet, mehrfach bedroht worden zu sein. Er hatte den Behörden illegale Aktivitäten im Vale do Javari gemeldet.
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Eine gute Woche nach dem Verschwinden der Männer wurden laut Medien persönliche Gegenstände der Männer gefunden. Ein zweiter Verdächtiger wurde am Mittwoch festgenommen. Er ist Fischer und der Bruder des einzigen bisher festgenommenen Verdächtigen.
Mit einer etwas größeren Fläche als Österreich ist das Javari-Tal eines der größten indigenen Gebiete Brasiliens. Viele Ureinwohner leben dort isoliert. Das Grenzgebiet zu Peru und Kolumbien ist zudem besonders von illegaler Goldsuche, Abholzung, illegaler Jagd und Fischerei sowie Drogenhandel betroffen.
„All dies hat mit der systematischen Schwächung der Regierung durch Indigene- und Umweltbehörden und die Bundespolizei enorme Ausmaße angenommen“, heißt es in einem brasilianischen Fernsehbericht darüber, warum das Javari-Tal zu einem der gefährlichsten Gebiete des Amazonas geworden sei.
Brasilien, das viertgefährlichste Land
„Brasilien befindet sich in einer Situation, die an Barbarei grenzt, und dieses Szenario kann nicht weiter gehen“, twitterte Greenpeace Brasilien.
Laut der Nichtregierungsorganisation Global Witness war das Land 2020 das viertgefährlichste Land für Umweltschützer, 20 Naturschützer und Umweltaktivisten wurden getötet. Unter den Opfern der vergangenen Jahre waren die amerikanische Umweltaktivistin Dorothy Stang und der als “Wächter des Waldes” bekannte Aktivist Paulo Paulino Guajajara.