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Der Mai 2022 war vielerorts der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, nun geht der Juni mit Rekordtemperaturen weiter. Am Mittwoch wurden in Zion 34,3 Grad gemessen. Allerdings hat die Hitze ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Das Wochenende wird noch heißer.
Diese Woche ist die erste richtige Hitzewelle des Jahres. Die warme Mittelmeerluft fegte am Mittwoch aus dem Südwesten über unser Land. Das Tageshoch wurde in Zion mit 34,3 Grad gemessen. Damit wurde das bisherige Jahreshoch von 33,8 Grad aus Chur am 20. Mai übertroffen. Der absolute Höchstwert des Vorjahres lag übrigens bei 34,3 Grad. Damals wurden in Magadino am 13. Juni bei Nordwindföhn 34,3 Grad gemessen. Dieser Wert wurde später nicht überschritten.
Bildunterschrift: Badetemperaturen verlängerten die Temperaturen am Mittwoch um mehr als 30 Grad. Pere Zwingli
Es erstreckt sich über 30 Grad
Es war nicht nur sehr heiß in Zion. Auch in Genf stieg das Thermometer am Mittwochnachmittag auf 33,5 Grad. Im unteren Aartal und in Basel waren es knapp 32 Grad und in Zürich zwischen 30 und 31 Grad. Nur im Tessin waren die Temperaturen etwas tiefer. Das Tageshoch von 30,2 Grad wurde dort in Biasca gemessen. Trotzdem war es der sechste Tag in Folge mit mehr als 30 Grad.
Peter wärmt sich noch auf
Ähnliche Temperaturen wie am Mittwoch dürften am Donnerstag den Westen und das Wallis erreichen, und auch im Tessin soll die 30-Grad-Marke geknackt werden. Nur in der Deutschschweiz sinken die Temperaturen leicht. Am Freitag sind wieder 30 Grad möglich, im Süden sollen es bis zu 34 Grad werden, dem derzeit heißesten Tag des Jahres. Im Norden erleben wir vor allem am Wochenende sengende Hitze. Lokal werden Höchstwerte zwischen 32 und 36 Grad erwartet. Damit nähern wir uns den Juni-Rekorden in der Schweiz.
Bildunterschrift: Hitze im Juni 2019 Am 28. Juni 2019 lag die Temperatur auf dem Mittelland bei über 36 Grad. Franz Knuchel
Die 36 Grad im Juni sind selten
Das absolute Maximum im Juni in der Schweiz datiert vom 27. Juni 1947 mit 36,9 Grad in Basel. Das war bisher der einzige Tag mit mehr als 36 Grad im Juni am Rheinknie. Juni-Rekorde mit einem Wert von 36 Grad oder mehr gibt es nur noch in Koppigen, Grono, Sitten, Genf, Magadino und Chur. Die letzte große Hitzewelle haben wir im Juni vor vier Jahren erlebt. Am Ende des Monats gab es mehrere Tage mit deutlich über 30 Grad, in Basel waren es beispielsweise 35,9 Grad, in Zion sogar 36,4 Grad. Die Hitze im Juni 2003 war von ähnlicher Größenordnung, wurde aber von der zweiten Hitzewelle im August 2003 leicht überwunden.
Bildunterschrift: Juni 2019 Am 28. Juni 2019 blieb Wasserauen / AI-Kühen nichts anderes übrig, als aus dem Wasser zu fliehen. Andrea Pohl
Wann ist die heißeste Zeit des Jahres?
Hundetage gelten im Volksmund als die heißeste Zeit des Jahres. Diese laufen vom 23. Juli bis 23. August. Schaut man sich die Jahreshöchststände in der Schweiz im 21. Jahrhundert genauer an, so stellt man fest, dass die Jahreshöchststände neun Mal im Juli, acht Mal im August und nur fünf Mal im Juni auftraten und auch die absoluten Höchststände deutlich im Juli und August. höher als im Juni. Für den August liegt das absolute Maximum bei 41,5 Grad (2003) und im Juli bei 39,7 Grad (2015). Die 36,2 Grad von 2014 wirken eher bescheiden.
Legende: Hitze in Madrid In Madrid waren es am Mittwoch 41 Grad. FB
Woher kommt die Wärme?
Seit Tagen herrscht vor der portugiesischen Atlantikküste ein Tiefdruckgebiet, in dem sich gerade das klassische Hoch der Azoren befinden sollte. Die Folge davon ist, dass in den letzten Wochen immer wieder südliche Strömungen von Spanien bis zu den Alpen installiert werden konnten. Dies bescherte uns vor rund einem Monat die ersten heissen Tage in der Schweiz. Spanien leidet seit Tagen unter Dauerhitze. Im Raum Sevilla – Córdoba wurden in den letzten Tagen etwa 40 Grad erreicht mit Höchstwerten von 42 Grad. Am Mittwoch wurden in Talaverna de la Reina sogar 43 Grad gemessen. Diese Hitze dringt nun über das Wochenende weiter in die Alpen vor. Allerdings ist es hier nicht so heiß.