Wenn Corona im Herbst wieder „aufsteigt“: Was Experten empfehlen

Was ist zu tun

Experten empfehlen eine Reihe von vorbereitenden Maßnahmen und Schritten, um auf den Worst-Case-Szenario vorbereitet zu sein.

Bessere Überwachung: Um schnell zu erkennen, welches Szenario im Herbst und Winter eintritt, sollten Früherkennungssysteme stärker eingesetzt werden, sagen Experten. Dazu gehören die Überwachung des Abwassers, aber auch stichprobenartige Tests der Bevölkerung.

Bessere Daten: Auch die Dateninfrastruktur muss dringend verbessert werden, sagt IHS-Gesundheitsökonom Thomas Czypionka. Nur so ist eine transparente Kommunikation möglich und nur so kann das Vertrauen der Bevölkerung gestärkt werden.

Impfquote erhöhen: Was kann man noch präventiv tun? Die Quote gültiger Impfnachweise liegt in Österreich bei rund 70 % und damit zehn Prozent über der europäischen Spitzengruppe. „Wenn wir eine höhere Impfquote haben, fallen auch die strengsten Maßnahmen zur Verbesserung des Pandemieverlaufs geringer aus“, gibt Czypionka zu bedenken. Die Impfpflicht für alle ist auch hier nicht der gewählte Weg. Es geht darum, die Bevölkerung zu impfen.

Gesundheitswesen: Krankenhausressourcen – Personal oder Intensivbetten – können kurzfristig nicht aufgestockt werden. „Die Pandemie kann nicht in Krankenhäusern bekämpft werden“, sagt Czypionka. Es ist jedoch wichtig, dass die Test- und Impfpfade in kurzer Zeit wieder aufgenommen werden können.

Maskenpflicht: Experten kritisieren allerdings das Ende der Maskenpflicht in Essential Stores. Es sei eine Gefahr, den Menschen zu vermitteln, dass die Maske nicht mehr nötig sei, sagt Czypionka. Im Herbst könnte es schwierig werden, sich daran zu gewöhnen: “Es wäre besser, wenn wir die Maskenpflicht in Bereichen wie öffentlichen Verkehrsmitteln noch hätten.” Das sei natürlich eine Überlegung, wie sehr man auf die Bedürfnisse bestimmter Branchen eingehe, sagt Czypionka. Elling stimmt zu: “Ich fürchte, dieses Hin und Her wird die Disziplin der Maske untergraben und wir werden es im Herbst bereuen.” Die Türkisgrünen verkündeten am Dienstag das Ende der FFP2-Pflicht außerhalb des Gesundheitswesens.

Schutzbedürftige Gruppen: Gesundheitsexpertin Tanja Stamm fordert, die Perspektiven gefährdeter Gruppen stärker in politische Planungen einzubeziehen. Auch für diesen Bereich sind bessere Daten und transparente Kommunikation wichtig. „Wir wissen derzeit nicht, wie verwundbar die Menschen mit der Situation sind“, sagt Stamm.

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