Maillard war besorgt über die Hitzewelle
“Unverantwortlich, die Arbeiten nicht zu unterbrechen”
Hitzewellen können Bauarbeitern gefährlich werden. Gewerkschaftschef Pierre-Yves Maillard fordert nun mehr Engagement der Bundesregierung.
Die Hitzewelle ist da. An diesem Wochenende wird das Thermometer mancherorts wohl auf 35 Grad und höher steigen. Eine Freude für Sonnenhungrige, doch für Bauarbeiter kann die Arbeit bei extremer Hitze gefährlich werden.
Zu gefährlich für SP-Nationalrat Pierre-Yves Maillard (54). Von der Bundesregierung fordert er nun mehr Engagement. Dabei sollen Bauherren nicht nur am Bürgersteig teilnehmen, sondern auch eine Präventionskampagne prüfen.
Unterbrechen Sie die Arbeit, wenn es heiß ist
In seiner Initiative erinnert der Gewerkschaftsführer an das Jahr 2019, als das Zion-Thermometer im Schatten auf 38 Grad anstieg. Dann erkannten sowohl Arbeiter als auch Unternehmen, dass es unverantwortlich war, die Arbeit während der extremsten Hitzewellen nicht zu unterbrechen.
„Während die letzten Tage mit tropischer Hitze die Ausnahme waren, gibt es heute jedes Jahr Hitzeperioden“, stellt Maillard fest. Von zehn Hitzetagen im Jahr haben sich diese durch den Klimawandel auf durchschnittlich 25 erhöht, sagt Meteo Schweiz.
Sorgen Sie sich um Verzögerungen
Trotz Rekordhitze würden die Arbeiten oft nicht unterbrochen, kritisiert der Gewerkschaftsvorsitzende. Es überrascht nicht, dass die Bauherren selbst in einem Dilemma stecken: Sie würden zögern, die Arbeiten zu unterbrechen, aus Angst, den Vertrag zu brechen.
Häufig drohen Strafen für verspätete Zahlungen, eine gefährliche Praxis, die laut Maillard nicht den geltenden Vorschriften entspricht. Oft sind es sogar öffentliche Akteure wie die Kantone, die Druck ausüben.
Breite Basis
Maillard fordert die Bundesregierung nun auf, Instrumente zu prüfen, um genau diese Praktiken zu unterbinden. Sie schlägt auch eine Präventionskampagne vor, wie sie die Gewerkschaften oder die Suva in der Vergangenheit durchgeführt haben.
Die Initiative findet breite Unterstützung: Politiker aller Parteien haben sie mit Ausnahme der Fraktion Mitte unterzeichnet. (gb)