Bombendrohung
Schweizer Kampfjets fangen Flugzeuge ab: Was wir über die Mission wissen
Zwei Überschall-Kampfflugzeuge der Schweizer Luftwaffe haben am Donnerstagabend ein Flugzeug abgefangen und zum Flughafen Zürich eskortiert. Die Schweizer Maschine in der kosovarischen Hauptstadt Pristina. Die Air Force sagt, wie dieser Einsatz abläuft und worauf es ankommt.
Eine F/A-18 nähert sich dem Flugplatz Emmen.
Bild: Pus Amrein (Emmen, 4. Juli 2018)
Aufregung am Donnerstagabend in der Zentralschweiz: Zwei Kampfjets der Schweizer Luftwaffe haben laut Medienberichten im Rahmen einer sogenannten «heissen Mission» ein aus Pristina kommendes Schweizer Flugzeug abgefangen und es anschliessend am Flughafen Zürich begleitet. Laut Kantonspolizei Zürich ging eine Drohung gegen den Heimatflughafen ein. Weil die Flieger sehr schnell sein mussten, machten die beiden F/A-18 mit lautem Dröhnen auf sich aufmerksam. PilatusToday hat nun bei der Air Force nachgefragt, wie diese Mission läuft.
Was ist passiert?
Die Schweizer Luftwaffe sei von den Zivilluftfahrtbehörden beauftragt worden, das fragliche Flugzeug zu inspizieren, sagte Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage von Central Today. Dies beinhaltete die Identifizierung und Eskortierung zum nächstgelegenen geeigneten Flugplatz. Schliesslich landete das Flugzeug sicher am Flughafen Zürich.
Warum gab es einen Putsch?
Fliegen im Überschall bedeutet, dass die Luftgeschwindigkeit größer ist als die Schallgeschwindigkeit. Das ist bei etwa 1200 km/h der Fall und wird „Mach 1“ genannt. Wenn sich ein Kampfjet dieser Geschwindigkeit nähert, treten in verschiedenen Teilen des Flugzeugs Schockwellen auf. Dadurch erhöht sich der Luftwiderstand erheblich bis zur Überwindung der „Schallmauer“. Der Schallknall ist die hörbare Wirkung dieser Stoßwelle.
Wo fand der Kontakt zwischen den Abfangjägern und dem Schweizer Flugzeug statt?
In der tollen Umgebung von Luzern. So auch dort, wo die Geräusche gut zu hören waren.
Wie kam der Hot-Mission-Befehl zur Air Force?
Der Auftrag kam direkt von der Zivilluftfahrtbehörde des Flugbetriebszentrums der Schweizer Luftwaffe in Dübendorf. Dies löste dann den Start der beiden Kampfjets vom Militärflugplatz Payerne aus.
Video einer Luftpolizeiübung der Luftwaffe im Jahr 2012.
Was: Youtube
Welche Handlungsoptionen haben Piloten bei einer so heißen Mission?
Der Spielraum sei relativ gering und hänge von der jeweiligen Mission ab, sagt Reist. Mal geht es um die Identifizierung des Flugzeugs, mal um technische Hilfeleistung. Zum Beispiel, wenn keine Funkverbindung besteht. Stellt sich die Kontrolle als illegal heraus, können im Extremfall Waffen eingesetzt werden.
Welche Anforderungen stellt diese Mission an Piloten?
“Das ist ihre normale Angelegenheit”, sagte Reist, ein Sprecher der Bundeswehr. „Man muss gut und schnell reagieren können. Der Ansatz muss perfekt sein. Sie müssen dann die Situation vor Ort einschätzen und entsprechend handeln.“
Vorher gab es mehr Soundknall am Schweizer Himmel. Sind Kampfjets seltener geworden?
Einerseits ist dieser Eindruck darauf zurückzuführen, dass die Schweizer Luftwaffe nun über weniger Flugzeuge verfügt als früher. Auf der anderen Seite versuche die Armee, möglichst wenig Lärmknall in Bezug auf die Lärmbelästigung der Bevölkerung zu produzieren, so Reist weiter. Aber es gibt immer welche, die es sein müssen. Zum Beispiel nach jeder größeren Wartung eines Flugzeugs oder während des Luftkampftrainings (Osc).