Der ehemalige OMV-CEO Gerhard Roiss befürwortet einen baldigen Rückzug aus dem OMV-Status. In einem Interview mit Profil stellte Roiss fest, dass die OMV schrittweise zu einem Chemieunternehmen werde: „Die Republik Österreich braucht keine Beteiligung an einem Chemieunternehmen. Wenn der Staat den Ausstieg der OMV intelligent plant, kann er in den nächsten drei, vier Jahren fünf Milliarden Euro verdienen, mit etwas Geschick sogar bis zu zehn Milliarden Euro.“ Aktionen.
Austro-Silicon Valley
Mit dem Verkaufserlös sollen laut Roiss neue „Ökosysteme“ rund um österreichische Universitäten gestaltet werden, ähnlich wie im Silicon Valley. „Wenn wir mit den Erlösen aus einem OMV-Verkauf Geld an Universitäten geben würden, um Innovationszentren und Start-ups zu schaffen, hätten wir einen enormen Hebel für neues Wissen, neue Technologien und neue Arbeitsplätze.“
Der Verbund soll die Gasversorgung sicherstellen
Roiss empfiehlt der Regierung zudem, dem Verbund-Konzern einen staatlichen Auftrag zur Sicherung der Gasversorgung zu erteilen. „Es ist lange her, dass wir ein Gasverteilungsproblem hatten, das der Markt nicht lösen kann. Die Verbund AG hat bereits einen Stromlieferauftrag und ihre Aktionäre wissen, dass Versorgungssicherheit vor Gewinnoptimierung geht.“ Wenn das Management des Verbund einen klaren Auftrag von der Regierung erhält, wird es den Einkauf diversifizieren und das Risiko streuen, wie es beim Strom der Fall ist, und nicht zu 80 % von einem Lieferanten abhängig sein.