Weniger Gas aus Russland: Nehammer beruft Krisenkabinett ein

von. – 19.06.2022 13:06 (19.06.2022 13:21)

Russisches Gas: Bundeskanzlerin beruft “kleines Krisenkabinett” ein. © REUTERS

Russlands Energiekonzern Gazprom lieferte am Sonntag etwa die Hälfte weniger Gas nach Österreich als sonst. Deshalb hat Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) für die Nacht das kleine Krisenkabinett der Regierung einberufen.

Neben Nehammer werden auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) teilnehmen.

„Aktuelle Restriktionen für Gaslieferungen aus Russland liegen auf dem gleichen Niveau wie am Vortag“, teilte die OMV am Sonntagmorgen mit. Die Gasnachfrage sei derzeit recht gering, die fehlenden Mengen könnten aber problemlos durch Käufe am Spotmarkt ersetzt werden, „die Versorgung ist gesichert“. Die Gasspeicher der OMV in Österreich mit einer Gesamtkapazität von 25.289 GWh sind bereits zu 64 Prozent gefüllt.

Österreichs Gasspeicher sind zu 40,9 Prozent gefüllt

Laut Energieministerium Gewessler sind die österreichischen Speicher zu 40,9 Prozent gefüllt, was einer Kapazität von 39 Terastunden entspricht. Die Gesamtspeicherkapazität beträgt 95,5 Terawatt pro Stunde und liegt damit leicht über dem Jahresverbrauch des Landes (rund 90 TWh).

Weniger Gas aus Russland: Regierung im Gegenzug mit E-Control

Aufgrund der angespannten Lage sei die Regierung in ständigem Kontakt mit der zuständigen Behörde E-Control, dem Marktgebietsmanager AGGM und der OMV als größtem nationalen Gashändler, teilte das Energieministerium mit und verwies auf die Maßnahmen der vergangenen Wochen . So stehen beispielsweise bis zu 6,6 Milliarden Euro für den Kauf einer strategischen Gasreserve in der Größenordnung von 20 Terawattstunden (davon mindestens 7,4 Terawattstunden nicht aus Russland) zur Verfügung.

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