Rekordsummen fließen in den Bahnausbau. Hinzu kommen hohe Spritpreise und günstige Tickets. Der gewünschte Kundenansturm kam schneller als erwartet.
Wien. Die ÖBB hatten am langen Wochenende rund um Himmelfahrt 3,6 Millionen Fahrgäste. Dass es in den Ferien viele Fahrten gibt, ist nicht neu. Aber in diesem Jahr war der Ansturm besonders bemerkenswert. Denn nach dem Passagierunglück während der Pandemie – es wurden 39 Prozent weniger Passagiere nach Österreich befördert als im Vorjahr – war das Erwachen schneller und stärker als erwartet. „Wir haben in der zweiten Jahreshälfte mit einer langsamen Rückkehr der Fahrgäste gerechnet“, sagt ÖBB-Sprecherin Gabi Zornig. Im Fernverkehr hingegen gab es im April bereits ein Plus von zehn Prozent. Im Vergleich zum Jahr vor der Krone 2019, das bereits ein absolutes Rekordjahr für die ÖBB war. Die Entwicklung ist nicht überraschend: Die Reiselust nach Corona, die hohen Benzinpreise, günstige Stundentickets im Fern- und Regionalverkehr, die Parkvignette in Wien, und das alles kombiniert mit dem politisch getriebenen Ausbau der Eisenbahn auf der Weg zur Klimaneutralität: Jetzt Konsequenzen zeigen. „Jemand wollte etwas, was jetzt passiert“, sagt Zornig. Wenn der CO2-Preis in Kraft tritt, wird die Bahn noch attraktiver als das Auto. Daher ist mit einem weiteren Passagierwachstum zu rechnen. Ist Österreich dazu bereit? Ein Überblick.